Von: Martin Geier
Sant’Anna di Vinadio – Nach Tagen der Sorge und unermüdlicher Suche fanden die Suchmaßnahmen nach einer vermissten Frau im Gebiet von Sant’Anna di Vinadio im Piemont, der 70-jährigen Anna, ein glückliches Ende. Sie wurde am Samstagnachmittag im Rahmen einer neuen Suchaktion, die von den Rettungskräften am Hang zwischen dem Tesina-Pass und den Bagni di Vinadio unternommen wurde, lebend gefunden.
Anna wurde von einem Team aus Einsatzkräften der piemontesischen Berg- und Höhlenrettung sowie von Männern und Frauen der Bergrettung der Finanzpolizei entdeckt, die gerade den Abstieg vom Passo di Tesina in Richtung Bagni di Vinadio absolvierten. Die Frau war am Leben und bei Bewusstsein, litt jedoch unter Unterkühlung, nachdem sie fünf Tage und ebenso viele Nächte in der Bergwelt verbracht hatte.
Das Notarztteam übernahm die Erstversorgung, die Stabilisierung und den anschließenden Transport der Frau ins Krankenhaus von Cuneo. Nach einer medizinischen Kontrolle konnte die Frau, die fünf Tage lang vermisst worden war, bereits am Sonntag das Krankenhaus wieder verlassen und nach Hause zurückkehren. Dass es der älteren Frau gelang, trotz der bereits jetzt im Hochgebirge herrschenden Kälte sowie Hunger und Durst zu überleben – und das auch noch fast unbeschadet –, grenzt an ein Wunder. Deshalb sprechen italienische Medien vom „Wunder von Sant’Anna di Vinadio”.

Es gibt Momente, die den Rettungskräften für immer in Erinnerung bleiben. So konnte etwa eine vermisste Frau nach fünf Tagen Suche in der Gegend von Sant’Anna di Vinadio lebend geborgen werden.
Die 70-jährige Anna aus Argentera, die heute in Cuneo lebt, war am Montag, dem 7. September, zu einer Wanderung aufgebrochen. Nachdem sie sich von ihrer Freundin getrennt hatte, wurde sie von einem heftigen Gewitter überrascht. In ihrer Angst verlor sie die Orientierung und kam vom Weg ab. Panisch stieg sie eine steile, felsdurchsetzte Bergflanke hinauf und saß schließlich auf einem abgelegenen, unwegsamen Plateau auf über 2.000 Metern Höhe zwischen dem Tesina-Pass und den Bagni di Vinadio fest.
Da sie nicht zurückkehrte, schlug ihre Familie am Dienstagnachmittag, dem 8. September, Alarm und erstattete Vermisstenanzeige. Daraufhin wurde eine großangelegte Rettungsaktion gestartet, die sich über mehrere Tage hinweg über äußerst unwegsames Gelände erstreckte. An der Suche beteiligten sich die piemontesische Berg- und Höhlenrettung, die Bergrettung der Finanzpolizei, die Feuerwehr und die Carabinieri.

Um die Chancen auf eine Rettung zu erhöhen, kamen modernste Mittel und Spezialeinheiten zum Einsatz: Hubschrauber, Drohnen, Hundestaffeln und Höhlentaucher, die unter anderem die umliegenden Alpenseen absuchten. Dennoch fehlte von Anna tagelang jede Spur. Das unwegsame Terrain und der steile, dichte Bergwald erschwerten die Suche erheblich und verhinderten Sichtungen aus der Luft – ob per Drohne oder Hubschrauber.
Trotz der widrigen Bedingungen im Hochgebirge – in der Nacht sanken die Temperaturen unter null Grad und ihre Ausrüstung und Bekleidung waren nicht für ein dauerhaftes Überleben im Freien geeignet – ließ Anna sich nicht entmutigen. Sie fand Schutz unter Tannen an einem Südhang. Nachdem sie ihre spärlichen Vorräte – einen Tomatensalat – aufgebraucht hatte, gelang es ihr, sich ausschließlich von wilden Heidelbeeren und dem Wasser aus einem nahen kleinen Gebirgsbach zu ernähren. Als die Rettungskräfte sie schließlich erreichten, waren ihre Hände noch immer vom Saft der Beeren dunkelviolett gefärbt.
Obwohl nach Tagen erfolgloser Suche das Schlimmste befürchtet werden musste, gaben die Rettungskräfte weder die Hoffnung noch ihren Einsatz auf. Genau diese Entschlossenheit führte am Samstagvormittag zu einer erneuten, systematischen Absuche der wichtigsten Wege und Hänge.
Der Feuerwehrhubschrauber „Drago“ flog die Suchteams ins Zielgebiet, sodass sie die Hänge zu Fuß von oben nach unten absuchen konnten. Am frühen Nachmittag gelang der Durchbruch: Ein gemischtes Team aus Bergrettung und Finanzpolizei entdeckte die Frau beim Abstieg vom Tesina-Pass in Richtung Bagni di Vinadio.
Anna war überglücklich, als sie die Retter sah. Ihr ging es den Umständen entsprechend überraschend gut. Sie litt jedoch unter Unterkühlung, nachdem sie fünf Tage und Nächte in der Bergwelt verbracht hatte. Ein Notarztteam des regionalen Hubschrauberrettungsdienstes Piemonts übernahm die Erstversorgung, die Stabilisierung und den anschließenden Transport ins Krankenhaus von Cuneo. Nach einer medizinischen Kontrolle durfte die Frau, die fünf Tage lang vermisst worden war, das Krankenhaus bereits am Sonntag wieder verlassen und nach Hause zurückkehren.
Dieses glückliche Ende der aufwendigen Suche ist dem nahtlosen Zusammenspiel der verschiedenen Rettungsdienste zu verdanken. Männer und Frauen unterschiedlicher Organisationen bündelten Informationen, Ressourcen und Fachwissen für ein gemeinsames Ziel. Neben der hohen Professionalität war es vor allem die unermüdliche Ausdauer der Retterinnen und Retter, die dieses Wunder möglich machten.

Dass es der älteren Frau gelang, trotz der bereits jetzt im Hochgebirge herrschenden Kälte sowie Hunger und Durst zu überleben – und das auch noch fast unbeschadet –, grenzt an ein Wunder. Deshalb sprechen italienische Medien vom „Wunder von Sant’Anna di Vinadio”.






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