In Südtirol sind die Preise besonders hoch

Ferienwohnung in Italien: Hier kostet der Urlaub fürs ganze Jahr am meisten

Freitag, 11. September 2026 | 07:58 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Rom/Bozen – Eine Wohnung am Meer, ein Rückzugsort in den Bergen oder eine Immobilie in einer italienischen Kulturstadt: Für viele ist die Zweitwohnung ein Traum. Doch der Traum hat eben auch seinen Preis – und besonders teuer ist er in Südtirol.

Eine aktuelle Analyse des Immobilienportals “Immobiliare.it” zeigt, wie viel Käufer in beliebten Ferienregionen Italiens inzwischen für den Quadratmeter bezahlen müssen. Verglichen wurden die Preise mit dem Vorjahr.

Südtirol an der Spitze

Wer eine Immobilie in den Bergen sucht, muss in Südtirol besonders tief in die Tasche greifen. Trentino-Südtirol ist mit durchschnittlich mehr als 3.700 Euro pro Quadratmeter die teuerste Region Italiens.

An der Spitze steht Bozen: Im Stadtgebiet kostet ein Quadratmeter inzwischen mehr als 5.100 Euro – ein Anstieg von vier Prozent innerhalb eines Jahres. Auch in der Provinz liegen die Preise mit durchschnittlich mehr als 4.650 Euro pro Quadratmeter außergewöhnlich hoch. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 2,4 Prozent.

Etwas günstiger ist das Trentino. In der Stadt Trient werden durchschnittlich rund 3.490 Euro pro Quadratmeter verlangt, in der Provinz sind es etwa 2.690 Euro. Allerdings steigen auch dort die Preise deutlich: plus 4,2 Prozent in der Stadt und 6,9 Prozent in der Provinz.

Zum Vergleich: In Aosta kostet ein Quadratmeter weniger als 2.300 Euro. In der Provinz Aosta sind die Preise sogar rückläufig.

Meer bleibt gefragt

Die klassische Zweitwohnung am Meer bleibt für viele Italiener die erste Wahl. Besonders teuer ist hier die ligurische Küste. In der Provinz Savona kostet der Quadratmeter durchschnittlich 3.798 Euro, 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Deutlich günstiger ist Genua mit 1.852 Euro pro Quadratmeter. In der Provinz La Spezia werden im Schnitt 2.401 Euro verlangt.

Auch an der Adriaküste steigen die Preise. In der Provinz Rimini kletterten sie um 7,4 Prozent auf mehr als 2.000 Euro pro Quadratmeter. In der Provinz Latina liegen sie ebenfalls knapp über dieser Marke.

Besonders teuer ist die Toskana: Die Provinz Lucca, zu der auch der Luxusort Forte dei Marmi gehört, führt mit 4.008 Euro pro Quadratmeter das Ranking der teuersten Küstenregionen Italiens an.

Wer günstiger kaufen möchte, wird vor allem im Süden des Stiefelstaates fündig. In der Provinz Lecce kostet der Quadratmeter durchschnittlich nur 1.116 Euro – zudem sanken die Preise dort binnen Jahresfrist um 2,1 Prozent. In der Provinz Catanzaro liegen sie bei knapp 1.000 Euro.

Auf Sizilien werden in der Provinz Trapani durchschnittlich 1.228 Euro verlangt. In der Provinz Sassari auf Sardinien sind es hingegen bereits mehr als 3.280 Euro.

Kulturstädte werden ebenfalls teurer

Auch wer statt Strand und Bergen lieber auf Kultur setzt, muss mit hohen Preisen rechnen. Mailand bleibt mit 5.661 Euro pro Quadratmeter die teuerste der untersuchten Kunst- und Kulturstädte. Dahinter folgen Florenz mit 4.751 Euro und Rom mit 3.848 Euro.

In Bologna kostet der Quadratmeter durchschnittlich 3.835 Euro, in Venedig 3.368 Euro. Verona liegt bei rund 2.900 Euro.

Deutlich stärker als die Preise in den großen Kulturmetropolen sind zuletzt jene in einigen Kulturhauptstädten gestiegen. Pesaro verzeichnete ein Plus von 8,1 Prozent, Bergamo von 7,3 Prozent und Ravenna von 7,1 Prozent.

Am günstigsten ist es in Agrigent: Dort kostet der Quadratmeter weniger als 900 Euro. Die Preise gingen zudem um vier Prozent zurück.

Zweitwohnung als Kapitalanlage

Für Käufer kann eine Zweitwohnung nicht nur als persönlicher Rückzugsort interessant sein. Laut Immobiliare.it bietet sich auch die Möglichkeit, die Immobilie während der eigenen Abwesenheit über kurzfristige Vermietungen zu finanzieren.

Der Immobilienmarkt bleibt dabei allerdings stark von der jeweiligen Lage abhängig. Während beliebte Ferienregionen und Städte weiterhin deutliche Preissteigerungen verzeichnen, sind in einigen weniger stark nachgefragten Gebieten auch Rückgänge zu beobachten.

Kommentare

Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen