Von: Matthias Knapp
Lazise – Ein Paar stolzierte in militärischen Felcktarnanzügen samt Abzeichen, Kampfstiefeln und dunklen Sonnenbrillen in Lazise am Gardasee umher. Zwar behaupteten der Mann und seine Begleiterin, in geheimer Mission unterwegs zu sein, die beiden waren aber kaum zu übersehen.
Der Vizebürgermeister der Gemeinde, Stefano Marai, hatte das auffällige Duo beim Spaziergang entlang des Corso Cangrande bemerkt und schaltete umgehend die Ortspolizei ein.
Als die Beamten die beiden anhielten, gaben sie an, sich mitten in einem Spezialeinsatz zu befinden. Aus Gründen der nationalen Sicherheit dürften sie ihre Identität nicht preisgeben.
Die Ortspolizisten zeigten sich von den Behauptungen unbeeindruckt und hakten beim neunten Fallschirmjäger-Sturmregiment „Col Moschin“ nach – einer Eliteeinheit der italienischen Streitkräfte, der die angeblichen Geheimagenten anzugehören behaupteten.
Von dort kam umgehend die Rückmeldung: Es bestehe keinerlei Verbindung zu den Personen.
Bei der anschließenden Durchsuchung ihres Hotelzimmers sowie ihres Fahrzeugs stießen die Ermittler auf ein kleines Waffenarsenal. Beschlagnahmt wurden fünf Messer mit Klingenlängen zwischen neun und 13 Zentimetern, ein Blaulicht, das denen von Ordnungskräften ähnelte, Aufkleber des Verteidigungsministeriums sowie Militärembleme von Heer und Carabinieri.
Angesichts der Beweislage gestanden der 40-jährige Mann aus Lecco und die 36-jährige Frau aus Cuneo die Scharade ein.
Die Begründung für die skurrile Verkleidung fiel dabei überraschend banal aus: Der 40-Jährige gab an, dass er einst gerne beim Militär eingetreten wäre, aus familiären Gründen sei dies aber nicht möglich gewesen. Die Frau gab hingegen zu Protokoll, dass sie sich in Militärkleidung einfach gefalle.




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