Von: Lukas Unterkofler
Rom – Eine Woche Strandurlaub im August wird für italienische Familien zunehmend zur finanziellen Belastung als zur entspannten Auszeit auf dem Höhepunkt des Sommers. Laut einer Berechnung des Studien- und Forschungszentrums der Nationalen Vereinigung der Finanzberater (Anasf) kostet ein siebentägiger Urlaub für eine typische italienische Familie heuer durchschnittlich 2.325 Euro.
Als Modell dient eine Familie aus der Lombardei mit zwei Erwachsenen und einem Kind. Beide Elternteile sind im privaten Sektor beschäftigt. Ausgangspunkt der Berechnung ist eine Reise von der Metropolregion Mailand an die Adriaküste Mittelitaliens in der ersten Augustwoche 2026.
Eingerechnet sind sieben Übernachtungen in einem Drei-Sterne-Hotel direkt am Meer, ein Dreibettzimmer mit Vollpension und Frühbucherrabatt sowie ein Ausflug. Die Anreise erfolgt mit einem Mittelklassewagen mit Benzinmotor.
Die rund 2.325 Euro entsprechen damit etwa 70 bis 80 Prozent eines monatlichen Nettoeinkommens der Modellfamilie. Hinzu kommen mögliche Preissteigerungen durch die Inflation sowie zusätzliche Kosten, wenn der Urlaub in Raten bezahlt wird. Laut Anasf können Zinsen und Gebühren die Gesamtkosten in diesem Fall um bis zu 20 Prozent erhöhen.
Für immer mehr Familien wird der Sommerurlaub damit zu einer außergewöhnlichen Ausgabe, die schwerer zu stemmen ist. Eine von Ipsos-Doxa durchgeführte Erhebung zeigt zudem, dass 54 Prozent der Italiener, die heuer nicht verreisen, finanzielle Gründe dafür nennen. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
“Inflation, Fixkosten und die Unsicherheit an den Märkten schmälern zunehmend die Sparfähigkeit der Familien”, warnt Anasf-Präsident Luigi Conte. Der Urlaub drohe dadurch auch für die Mittelschicht zum Luxus zu werden.
Die Finanzberater empfehlen deshalb, Urlaubskosten frühzeitig in die jährliche Haushaltsplanung einzubauen – ähnlich wie Wohnkosten oder laufende Rechnungen. So soll verhindert werden, dass die Ferien entweder komplett ausfallen oder über Kredite finanziert werden müssen.




Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen