Von: Redaktion Südtirol News
Rom – Emma Bonino ist am gestrigen Freitag in Rom im Alter von 78 Jahren gestorben. Sie hatte über Jahre gegen eine schwere Krankheit gekämpft. Am 7. September war sie in das Krankenhaus Santo Spirito in Rom eingeliefert worden. Die Situation war als “heikel” eingestuft worden.
Bonino war über ein halbes Jahrhundert politisch aktiv und setzte sich insbesondere für Menschen- und Bürgerrechte ein. Sie galt als radikale und feministische Politikerin und war unter anderem Abgeordnete, Ministerin und EU-Kommissarin.
Staatsbegräbnis am Dienstag
Staatspräsident Sergio Mattarella würdigte Bonino und erklärte, sie habe das Leben der Republik geprägt. Ihre Priorität sei die Einheit und eine stärkere Integration Europas gewesen. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte ein Staatsbegräbnis an. Die Trauerfeier findet am Dienstag um 12.30 Uhr in der Protomoteca des Kapitols in Rom statt und wird in weltlicher Form mit einer offiziellen Gedenkfeier abgehalten.
“Eine lange Schlacht für die Freiheit”
Ihre Partei +Europa würdigte Bonino als eine der prägendsten, mutigsten und freiesten Persönlichkeiten der politischen Geschichte Italiens und der freien Welt. Ihre politische Laufbahn sei von einem konsequenten Einsatz gegen alles geprägt gewesen, was Freiheiten einschränke.
Zu ihren politischen Kämpfen zählten unter anderem der Einsatz gegen illegale Abtreibungen, den Hunger in der Welt, weibliche Genitalverstümmelung, Völkermord und autoritäre Systeme. Gleichzeitig setzte sie sich für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, internationale Gerechtigkeit, die Rechte und Pflichten jedes Menschen und jeder Familie sowie für die Selbstbestimmung der Frauen und die persönliche Entscheidungsfreiheit ein.
Ein besonderes Anliegen war ihr zudem ein vereintes, demokratisches und föderales Europa. +Europa bezeichnete dies als Boninos politisches Vermächtnis. Sie habe gezeigt, dass es nicht darauf ankomme, wie oft man verlieren müsse, bevor man eine Freiheit für alle erringen könne. Man wolle die Dankbarkeit dafür, an ihrer Seite gekämpft zu haben, in den Mut verwandeln, ihren Einsatz in ihrem Sinne fortzusetzen.




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