Italiens Fußball-Verbandschef Gravina nahm den Hut

Italiens Verbandschef Gravina tritt zurück – EM-Entzug droht

Donnerstag, 02. April 2026 | 17:50 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa

Italiens Fußball befindet sich in schweren Turbulenzen. Zwei Tage nach dem blamablen Verpassen der WM traten Verbandschef Gabriele Gravina und Sportdirektor Gianluigi Buffon zurück. Am Donnerstag drohte UEFA-Chef Aleksander Ceferin zudem wegen Stadionproblemen mit dem Entzug der EURO 2032. “Die EM ist geplant und wird stattfinden. Ich hoffe, die Infrastruktur wird bereit sein. Falls nicht, wird das Turnier nicht in Italien gespielt”, sagte Ceferin der “Gazzetta dello Sport”.

Italien trägt die kontinentale Endrunde in sechs Jahren gemeinsam mit der Türkei aus und muss bis Oktober fünf EM-Stadien nennen. Doch welche das sein sollen, ist derzeit völlig unklar. Der Neubau beziehungsweise die Generalsanierung von Stadien etwa in Mailand oder Rom stockt, was Ceferin auf mangelnde Unterstützung durch die Politik zurückführt.

Ceferin verteidigte Gravina

Den nun zurückgetretenen Gravina, gleichzeitig UEFA-Vizepräsident, nahm Ceferin ausdrücklich in Schutz. “Das liegt absolut nicht in Gravinas Verantwortung. Es sind wahrscheinlich die italienischen Politiker, die sich fragen müssen, warum ihr Land eine Fußball-Infrastruktur hat, die zu den schlechtesten Europas zählt”, sagte Ceferin.

Unterdessen zog Gravina die Konsequenz aus dem Scheitern im WM-Play-off gegen Bosnien-Herzegowina und räumte seinen Posten als Verbandschef, nachdem er sogar aus der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zum Rücktritt gedrängt worden war. Sein Nachfolger soll in einer außerordentlichen Verbandssitzung am 22. Juni bestellt werden.

Auch Buffon verabschiedete sich

Auch Sportdirektor Buffon trat ab. “Nun, da Präsident Gravina zurückgetreten ist, fühle ich mich frei das zu tun, was ich für verantwortungsvoll halte.” Trotz aller Überzeugung und Bemühungen sei es ihm im Team nicht gelungen, Italien wieder zu einer WM zu führen. “Die Nationalmannschaft zu vertreten, ist für mich eine Ehre und eine Leidenschaft, die mich seit meiner Kindheit begleitet”, ergänzte der frühere Nationalteamgoalie: “Ich trage all dies in meinem Herzen und bin dankbar für das Privileg und die Lehren, die mir diese intensive Erfahrung – trotz ihres schmerzhaften Nachspiels – vermittelt hat.” Ob Teamchef Gennaro Gattuso im Amt bleibt, ist weiterhin unklar.

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