Von: Lukas Unterkofler
Olbia – Mehr als 3.100 Yachten kreuzten im Sommer 2025 vor Sardinien. Die Insel will daraus langfristig wirtschaftlichen Nutzen ziehen und setzt dafür auf neue Studiengänge, Fachkräfte und Investitionen in die maritime Industrie.
Sardinien will sich nicht nur als Urlaubsziel für Vermögende, sondern auch als bedeutender Standort für die Yachtindustrie und Privatluftfahrt etablieren. Ein Entwicklungsplan, den die Regionalregierung bei der Design Week in Mailand vorgestellt hat, soll Institutionen, Universitäten und Unternehmen zusammenbringen. Ziel ist es, internationale Investitionen anzuziehen, den Export zu stärken und qualifizierte Fachkräfte auszubilden.
Ein wichtiger Schritt ist der Ausbau des Studienangebots in Olbia. Dort sollen zwei neue Studiengänge der Universität Cagliari starten: ein Masterstudium in Nautikingenieurwesen als Ergänzung zum bereits bestehenden Bachelor sowie ein berufsorientierter Studiengang für elektrische und aeronautische Industrietechnologien.
Mehr als 3.100 Superyachten in vier Monaten
Wie Auswertungen des Forschungszentrums Cipnes Gallura zeigen, wurden zwischen Juni und September 2025 in den Gewässern vor Nordostsardinien insgesamt 3.114 verschiedene Yachten mit einer Länge von mehr als 24 Metern registriert. Das entspricht einem Plus von 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
347 davon konnten als Superyachten identifiziert werden. Sie haben einen geschätzten Gesamtwert von 21,1 Milliarden Dollar. Ihre Eigner stammen aus 51 Ländern und verfügen laut Studie über ein kombiniertes Vermögen von rund zwei Billionen Dollar.
Damit konzentrierte sich rund die Hälfte der in diesem Sommer im Mittelmeer fahrenden Yachten in diesem Gebiet. Die hohe Zahl unterstreicht die Bedeutung Sardiniens als Sommerdestination für den internationalen Luxusyacht-Tourismus.
Privatluftfahrt ebenfalls im Fokus
Auch für die Privatluftfahrt ist die Insel ein bedeutender Anlaufpunkt: Am Flughafen Olbia-Costa Smeralda wurden 2025 insgesamt 15.464 Bewegungen von Privatjets gezählt. Das entspricht rund 7.700 verschiedenen Flugzeugen und 31.439 Passagieren. Damit lag Olbia italienweit auf Platz drei im Bereich der Geschäftsfliegerei, hinter Mailand-Linate und Rom-Fiumicino.
Die Regionalregierung will diese saisonale Konzentration von Yachten, Privatflugzeugen und zahlungskräftigen Kunden künftig stärker für eine ganzjährige wirtschaftliche Entwicklung nutzen.




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