106 Familien haben Hilfe gesucht - Treviso setzt auf strukturelle Maßnahme

Jetzt geht die Bildschirmzeit zu weit

Sonntag, 06. September 2026 | 08:29 Uhr

Von: Sophia Molitor

Treviso – Der Wirtschaftsverband CNA Unimpresa in Treviso fordert jetzt eine langfristige und strukturell verankerte Unterstützung beim Umgang mit übermäßiger Internet-, Social-Media- und Videospielnutzung. Seit 2024 haben bereits 106 Familien in der Provinz Treviso Hilfe beim kostenlosen Beratungsangebot „S-collegati“ des öffentlichen Gesundheitsdienstes ULSS 2 gesucht. Anlass für die Debatte ist auch ein aktueller Fall in den USA: Dort sieht eine Vereinbarung für Facebook und Instagram bei Jugendlichen eine tägliche Nutzungsgrenze von zwei Stunden sowie nächtliche Sperrzeiten vor. Für CNA-Präsident Stefano Camarotto zeigt sich daran, dass der Schutz Minderjähriger nicht allein den Familien überlassen werden könne.

In Treviso gibt es bereits konkrete Ansätze. Das Netzwerk der „Patti Digitali“ wurde 2022 in Silea gestartet und umfasst inzwischen 15 aktive Vereinbarungen in der Provinz, weitere fünf sollen folgen. Dabei einigen sich Eltern unter anderem auf gemeinsame Regeln für das Alter des ersten Smartphones und die tägliche Bildschirmzeit.

Von Familienberatung bis zu Treffen mit den Schuldirektoren

In den kommenden Wochen stehen mehrere Veranstaltungen zum Thema an: Am 5. September geht es im Centro della Famiglia in Treviso, einer Einrichtung für Familienberatung und Bildungsarbeit, um gute digitale Praktiken für Eltern. Am 19. September folgt eine Podiumsdiskussion mit dem Präsidenten der Region Venetien, Alberto Stefani, Bürgermeistern, Psychologen und Kinderärzten. Den Abschluss bildet am 3. Oktober ein Treffen mit den Schuldirektoren.

Dabei gehe es nicht darum, Technologie zu verteufeln oder die junge Generation als unfähig darzustellen, betont Camarotto. „Wir müssen zwei grundlegende Fehler vermeiden: Junge Menschen als unfähig zur Konzentration abzustempeln oder ihnen allein die Verantwortung für den Umgang mit digitalen Geräten zu überlassen – obwohl diese gezielt darauf ausgelegt sind, ihre Aufmerksamkeit zu binden. Die Lösung muss aus Bildung, Gesundheit und Kultur bestehen“

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