Von: Sophia Molitor
Treviso – Die Geschichte von Barbara Guerra aus Nervesa della Battaglia in der Provinz Treviso und ihrer zweijährigen Labradorhündin Joy, die bei ihrer Besitzerin ein ungewöhnliches Verhalten zeigte und damit offenbar den entscheidenden Hinweis auf einen Tumor gab, hat inzwischen eine besondere Initiative ins Rollen gebracht: In mehreren Krankenhäusern dürfen Tiere ihre Besitzer während der Therapie begleiten. Ausgehend von Barbaras Fall wurde auch im Krankenhaus von Treviso ein Pilotprojekt gestartet, das Krebspatienten ermöglicht, ihr Haustier während einer Chemotherapie bei sich zu haben.
Begonnen hatte alles mit Joys ungewöhnlichem Verhalten. Die damals zweijährige Labradorhündin zeigte immer wieder auffälliges Interesse an einer bestimmten Stelle an Barbaras Körper und stand, ganz untypisch für die sonst gelassene Hündin, plötzlich dauerhaft unter Strom. Als das Verhalten nicht nachließ, entschloss sich Barbara, sich untersuchen zu lassen. Bei den anschließenden Untersuchungen stellten die Ärzte Bauchspeicheldrüsenkrebs fest. Damit begann für sie ein langer Krankheits- und Behandlungsweg, den Joy ihr als treue Begleiterin zur Seite stand.
Während ihres Krankenhausaufenthalts im Cà Foncello in Treviso bat Barbara erstmals darum, ihre Hündin Joy sehen zu dürfen. Am 15. April wurde ihr dieser Wunsch schließlich genehmigt. Damit nahm ein neues Projekt seinen Anfang, das es Patienten ermöglicht, während ihrer Therapie von ihren eigenen Hunden begleitet zu werden. Auch andere Krankenhäuser griffen die Initiative auf. So durfte Joy ihre Besitzerin am 10. Juni zu einer sechsstündigen Chemotherapiesitzung in der onkologischen Tagesklinik San Valentino in Montebelluna begleiten. Es war die erste Anwendung des vom Gesundheitsamt ausgearbeiteten Pilotverfahrens.
Wie es zum internationalen “Treue Preis” kam
Die Geschichte von Barbara und Joy fand schließlich auch über die Klinik hinaus Beachtung: Bei der 65. Verleihung des internationalen Preises „Hundetreue“ in San Rocco di Camogli wurde die Labradorhündin mit der Auszeichnung „Primus inter pares“ geehrt. Gewürdigt wurde dabei nicht nur, dass Joy durch ihr auffälliges Verhalten dazu beitrug, Barbaras Tumorerkrankung rechtzeitig zu erkennen, sondern auch ihre unermüdliche Begleitung während der anschließenden Behandlung.
Auch die Hunde des Projekts „Gimmi Five“ wurden bei derselben Preisverleihung ausgezeichnet. Die speziell ausgebildeten Tiere besuchen regelmäßig kleine Patienten im Kinderkrankenhaus Gaslini in Genua und begleiten sie während ihres Krankenhausaufenthalts. Dabei sorgen sie für Ablenkung, Nähe und emotionale Unterstützung, helfen Ängste abzubauen und schaffen für die Kinder Momente von Normalität in einer oft belastenden Situation.
Der internationale Preis wurde einst vom damaligen Pfarrer Don Giacomo Neri ins Leben gerufen, um die besondere Verbindung zwischen Mensch und Hund zu würdigen. Die Geschichten von Barbara und Joy sowie der Einsatz der Hunde im Kinderkrankenhaus in Genua zeigen heute, dass diese Verbindung weit über Treue hinausgeht und sogar neue Wege in der Begleitung von Patienten während ihrer Behandlung eröffnet.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen