Von: ka
Montagnareale – Die Monti Nebrodi, ein einsames und stark bewaldetes Gebirge an der Nordostküste Siziliens, sind Schauplatz eines mysteriösen Gewaltverbrechens. Alles begann, als ein Motocrossfahrer am Mittwoch, dem 28. Januar, in einem unwegsamen Waldgebiet bei Montagnareale in der Provinz Messina die Leichen von drei Männern mit Schussverletzungen fand.
Nach der Meldung an die Notrufnummer 112 eilten die Carabinieri und der diensthabende Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft von Patti zum Tatort. Neben den drei Toten, bei denen es sich offensichtlich um Jäger handelte, stellten die Carabinieri ihre Jagdgewehre sicher. Bei den Opfern, die den Ermittlungen zufolge am Mittwochmorgen zur Jagd aufgebrochen waren, handelte es sich um den 82-jährigen Antonio Gatani aus Patti und die Brüder Giuseppe und Davis Pino, jeweils 44 und 26 Jahre alt, aus San Pier Niceto.
Schnell stand fest, dass es sich nicht um einen tragischen Jagdunfall, sondern um ein Gewaltverbrechen handelte. Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge könnte der letzte Schuss, der einen der drei Jäger tötete, tatsächlich nicht aus einer der neben den Opfern gefundenen Jagdwaffen, sondern aus der Waffe einer vierten Person abgefeuert worden sein, die sich ebenfalls am Tatort befand. Bei dieser Person, die den letzten tödlichen Schuss abgegeben haben könnte, soll es sich um den Jagdbegleiter des 82-Jährigen, den 50-jährigen A. S., handeln. Gegen ihn wird wegen Mordes ermittelt.

Im mysteriösen Fall der drei ermordeten Jäger in den Wäldern von Montagnareale im Herzen der Monti Nebrodi bei Messina könnten die Ermittlungen kurz vor einem Durchbruch stehen. Erste Ermittlungen hatten bereits ergeben, dass der tödliche Schuss nicht aus einer der neben den Opfern gefundenen Jagdwaffen, sondern aus der Waffe einer vierten Person abgefeuert worden sein könnte. Offenbar konnten die Carabinieri einen vierten Mann ausfindig machen, der sich zum Tatzeitpunkt im Jagdgebiet aufgehalten hat und daher für die Rekonstruktion des Tathergangs von zentraler Bedeutung ist. Er steht unter Mordverdacht.
Die Spurensicherung RIS der Carabinieri von Messina untersucht unterdessen die vor Ort gesammelten Beweisstücke, insbesondere die Gewehre, die neben den Leichen der Opfer gefunden wurden. Bei den Opfern handelt es sich um den 82-jährigen Antonio Gatani aus Patti sowie die Brüder Giuseppe und Davis Pino, 44 beziehungsweise 26 Jahre alt, aus San Pier Niceto. Da die Autopsien und Untersuchungen noch keine endgültige Rekonstruktion des Tathergangs ermöglicht haben, sind die ballistischen und kriminalwissenschaftlichen Untersuchungen entscheidend, um zu klären, wer in welcher Reihenfolge geschossen hat.
Die Morde ereigneten sich in der Contrada Caristia, einem unwegsamen und dicht bewachsenen Waldgebiet. Die drei Leichen lagen in einem Abstand von etwa 30 Metern voneinander. Zunächst wurde Giuseppe Pino gefunden, dann sein Bruder Davis und schließlich der ältere Jäger. Alarm geschlagen hatte ein junger Mann, der Motocross fuhr und dabei zufällig auf die Leichen gestoßen war. Als die Carabinieri am Tatort eintrafen, fehlte jedoch eine Person: Jener Mann, der mit Gatani auf die Jagd gegangen war – der 50-jährige A. S..
Der Begleiter des 82-Jährigen gab an, diesen am Mittwochmorgen gegen 6.00 Uhr gesehen zu haben. Gemeinsam seien sie in zwei verschiedenen Autos zum Jagdgebiet gefahren. Dann habe er das Gebiet jedoch verlassen und sei nach Hause zurückgekehrt. Dieses Verhalten wirft Fragen auf. Warum sollte er sich von einem so abgelegenen Ort entfernen? Ein weiteres Indiz, das es noch schwieriger macht, diese Darstellung zu glauben, ist, dass der Hund des älteren Mannes im Auto eingeschlossen blieb. Laut den Daten des GPS-Halsbands hätte das Tier das Fahrzeug nie verlassen.
A. S., der Gatani begleitete, behauptet, nichts gehört oder gesehen zu haben. Die Ermittler beschlagnahmten jedoch die Gewehre, die er zu Hause aufbewahrte. Um herauszufinden, wer an diesem Morgen bewaffnet war und welche Waffen getragen wurden, waren diese Beschlagnahmungen auch bei anderen Jägern in der Gegend erforderlich.
Nach ersten Schätzungen wurden die drei Männer gegen 8.00 Uhr morgens getötet. Gatani und Giuseppe Pino, die auf dem Rücken liegend gefunden wurden, erhielten jeweils einen Schuss in die Brust. Der Fall von Davis Pino ist komplizierter: Er wurde zunächst aus größerer Entfernung in die Seite getroffen und erhielt dann aus nächster Nähe einen zweiten Schuss. Dieses Detail untermauert die Vermutung einer Hinrichtung und somit die Anwesenheit mindestens einer weiteren Person am Tatort neben den drei Opfern.
Doch in welchem Zusammenhang kam es zu dieser Gewalttat? Im Wesentlichen gibt es zwei plausible Erklärungen. Entweder hat der 82-Jährige, der die beiden Brüder nicht kannte, Davis versehentlich angeschossen. Giuseppe soll daraufhin auf ihn geschossen und ihn getötet haben. Der vierte Mann, der an dieser Stelle ins Spiel kam, erwidert das Feuer, indem er auf Giuseppe schießt und anschließend dessen jüngeren Bruder tötet, der der einzige Augenzeuge war. Das Motiv war also ein fataler Fehler, der eine Reihe wahnsinniger Gewalttaten auslöste.
Die andere Möglichkeit ist ein tödlicher Streit. Es könnte zu einer Auseinandersetzung zwischen den Jägern gekommen sein. Die beiden aus Patti stammenden Männer – der Ältere und der vierte Mann, A. S. – betrachteten das Gebiet als ihr „eigenes Revier”. Die aus San Pier Niceto stammenden Brüder wurden hingegen als Eindringlinge angesehen, die „ihr Territorium und ihre Beute” bedrohten. Die Ermittler, die der Wahrheit möglicherweise schon sehr nahe sind, gehen diesen Szenarien nach.
Der 50-jährige Verdächtige A. S. wurde heute zusammen mit anderen Jägern, die sich in der Gegend aufhielten, einem kriminaltechnischen Verfahren zum Nachweis von Schmauchspuren unterzogen. Die Ermittler weisen jedoch darauf hin, dass dieses Verfahren möglicherweise nicht entscheidend sein wird. Da der 50-Jährige regelmäßig jagt, können sich Rückstände von Schießpulver auf seiner Kleidung oder seinem Körper befinden, selbst wenn sie keinen direkten Bezug zum Verbrechen haben.
A. S. lebt mit seinem Bruder in Montagnareale. Er hatte nie eine feste Anstellung, sondern schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten in der Landwirtschaft durch. Er ist unverheiratet und kannte das älteste Opfer seit Langem. In Montagnareale, das seit dem Dreifachmord unter Schock steht, hofft man, dass die schreckliche und vollkommen sinnlose Bluttat so schnell wie möglich aufgeklärt werden kann.




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