Von: Sophia Molitor
Albignasego – Die aktuelle Sommerhitze sorgt auch in der Pizzeria „Loop“ in Albignasego in der Provinz Padua für besondere Herausforderungen. Vor dem bis zu 350 Grad heißen Pizzaofen hat Pizzabäcker Abdessamad El Anbri, gemeinsam mit seinen drei Brüdern, sogar Duschschichten eingeführt, um die heißen Sommermonate zu bewältigen.
Da die Temperaturen im Gastraum mit seinen mehr als 100 Sitzplätzen ebenfalls auf bis zu 36 Grad steigen können, investierte El Anbri in neue Klimaanlagen sowie in einen Wasseraufbereiter, der stilles und sprudelndes Wasser kühlt. So stehen den Mitarbeitenden jederzeit gekühlte Getränke zur Verfügung. Das eigentliche Highlight ist jedoch die Dusche im Umkleideraum. „Nach vier bis fünf Stunden, wenn wir es nicht mehr aushalten, springen wir abwechselnd unter die Dusche und legen dann wieder los“, erzählt El Anbri gegenüber dem Corriere della Sera.
Im Vergleich zu seiner früheren Arbeitsstelle in der Pizzeria „Terrazza Padovana“ sei das ein Traum. „Dort haben wir bei Temperaturen von bis zu 50 Grad gearbeitet. Am Ende des Tages fühlte es sich an, als hätte man 17 Stunden gearbeitet – es war zermürbend“, sagt El Anbri.
Wenn die Hitze auch die Geduld auf die Probe stellt
Auch die Zubereitung der Pizzen muss an die sommerlichen Temperaturen angepasst werden. Laut El Anbri wurden die Hefemenge, der Wasseranteil und die Ruhezeit des Teigs verändert, da bei großer Hitze das Risiko steigt, dass der Teig zu schnell aufgeht oder reißt. Im Bereich des Pizzaofens herrschen trotz Klimaanlage weiterhin Temperaturen von rund 42 Grad – insbesondere an den Wochenenden wird die Arbeit dadurch zur enormen Belastung.
„Vor dem Ofen kann zwar die Klimaanlage laufen, doch wenn wir an einem Samstagabend rund 250 Pizzen backen und den Ofen ständig öffnen und schließen, entweichen jedes Mal Hitzewellen von bis zu 350 Grad. Müssen mehrere Pizzen gleichzeitig herausgenommen werden, bleibt der Ofen mitunter bis zu 30 Sekunden geöffnet. Diese Hitze ist deutlich spürbar. Am Ende des Abends sind wir völlig erschöpft – viel mehr als nach einem Arbeitstag im Winter“, erzählt El Anbri.
Die Auswirkungen der Hitze sind nicht nur körperlich, sondern auch psychisch deutlich spürbar. El Anbri berichtet, dass die hohen Temperaturen den Stresspegel erhöhen und sie dadurch mehr Fehler bei der Arbeit machen. Gleichzeitig müssen sich die Gäste mitunter auf längere Wartezeiten einstellen, und reagieren darauf nicht immer verständnisvoll. „Viele verstehen nicht, dass längere Wartezeiten auch auf die Hitze zurückzuführen sind und darauf, wie sehr sie unsere Arbeit beeinträchtigt“, sagt El Anbri abschließend.
Gerade in Zeiten extremer Hitze sind viele Berufsgruppen besonderen Belastungen ausgesetzt. In der Gastronomie, wo oft stundenlang an heißen Öfen gearbeitet wird und viel körperliche Bewegung gefragt ist, sind die Bedingungen jedoch besonders anspruchsvoll.
Geduld, Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme erleichtern daher nicht nur den Arbeitsalltag in solchen Branchen, sondern sind auch eine wichtige Grundlage für ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander.




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