Zeigen die Sicherheitsmaßnahmen Wirkung

Proteste: Mailand beruhigt, andernorts Eskalation

Sonntag, 25. Oktober 2026 | 09:51 Uhr

Von: Sophia Molitor

Rom – Die Proteste in Italien haben auch am Samstag, 24. Oktober wieder mehrere italienische Städte erfasst. Während vielerorts friedlich demonstriert wurde, kam es unter anderem in Turin, Bologna und Rom zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. In Mailand war die Sicherheitspräsenz besonders hoch und es blieb dieses Wochenende ruhiger. Zahlreiche Geschäfte hatten ihre Schaufenster mit Holzplatten verbarrikadiert, um sich vor möglichen Schäden zu schützen.

Die Proteste richteten sich unter anderem gegen die hohen Lebenshaltungskosten, die Regierung und die Kriege. Auch pro-palästinensische Aktivisten schlossen sich dem Zug an.

Die Stadt Mailand stand unter besonders strengen Sicherheitsvorkehrungen. Mehr als 1.400 Polizisten, Carabinieri, Finanzpolizei und Soldaten waren im Einsatz. Soldaten der Fallschirmjägerbrigade Folgore patrouillierten unter anderem am Dom und in der Einkaufspassage Galleria Vittorio Emanuele II. Auch gepanzerte Fahrzeuge und Drohnen kamen zum Einsatz. Rund 10.000 Menschen demonstrierten, überwiegend Studierende. Zahlreiche Geschäfte hatten ihre Schaufenster mit Holzplatten abgedeckt, um sich vor möglichen Schäden zu schützen. Einige Geschäfte blieben geschlossen oder schlossen früher.

In Turin kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. Demonstrierende warfen Gegenstände, Flaschen und Feuerwerkskörper in Richtung der Polizei. Die Einsatzkräfte reagierten mit Räumungsaktionen und Tränengas. Es gab mehrere Verletzte.

Video – Turin 24. Oktober

Auch in Bologna eskalierte die Lage zeitweise. Mehrere Polizisten wurden verletzt und auch Jungendliche kamen ins Krankenhaus. Aus dem Demonstrationszug wurden Flaschen und Feuerwerkskörper geworfen. Die Polizei ging auch hier mit Räumungsaktionen und Wasserwerfern gegen die Menge vor. Berichten zufolge wurden auch Barrikaden errichtet und Müllcontainer in Brand gesetzt.

Video – Bologna 24. Oktober

In der Hauptstadt kam es ebenfalls zu Spannungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei. Eine Gruppe gelangte in das Kolosseum, bevor die Einsatzkräfte eingriffen. Später kam es in der Innenstadt zu weiteren Auseinandersetzungen, bei denen die Polizei unter anderem Wasserwerfer einsetzte.

Video – Rom 24. Oktober

Auch Florenz blieb nicht verschohnt: Als Demonstrierende in Richtung der Luxusgeschäfte im Stadtzentrum ziehen wollten, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Zeitweise wurde auch der Straßenbahnverkehr unterbrochen, nachdem Demonstrierende Gleise besetzt hatten.

Meloni: „Die Sicherheit ist gewährleistet“

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte sich ebenfalls zu den Protesten. Sie erklärte, die Sicherheit sei trotz der Versuche einzelner Gewalttäter gewährleistet worden. In einem weiteren Beitrag kritisierte sie die Vorwürfe der linken politischen Partei, die verstärkte Präsenz des Militärs in den Städten komme einer Militarisierung gleich. “Es ist bemerkenswert, dass sich die Kritik auf Soldaten richtet, die zur Sicherheit der Bevölkerung beitragen, und nicht auf jene, die versuchen, öffentliche Plätze in Schauplätze von Auseinandersetzungen zu verwandeln”, betont die Ministerpräsidentin.

Regierungsnahe Medien und der Corriere della Sera betonen, dass die verschärften Sicherheitsmaßnahmen Wirkung gezeigt hätten. Trotz vereinzelter Zusammenstöße kam es nicht erneut zu den großflächigen Plünderungen und Verwüstungen der Vorwoche. Der Corriere verweist dabei insbesondere auf die präventiven Durchsuchungen, Kontrollen und Festnahmen.

Andere Stimmen bewerten den Erfolg vorsichtiger. Zwar verliefen die Proteste in Mailand weitgehend friedlich, doch nicht in allen anderen Städten. Zudem verweisen Kritiker der Regierungslinie darauf, dass ein massives Polizeiaufgebot zwar Ausschreitungen eindämmen kann, aber nicht automatisch die sozialen Ursachen der Proteste beseitigt.

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