Von: ka
Riva del Garda – Ein von der Gemeindeverwaltung beschlossenes Verbot, am Seestrand Fußball zu spielen, sorgt weit über die bekannte und beliebte Trentiner Gardaseegemeinde hinaus für heftige Diskussionen. Der Bürgermeister hebt als Grund für das Verbot vor allem Sicherheitsbedenken hervor: „Eine Entscheidung, die auf Ausgewogenheit und Verantwortung basiert, um alle zu schützen.“
Gerade ehemalige und noch aktive Profispieler merken jedoch an, dass Freiräume für Kinder und Jugendliche, im Freien aktiv Sport zu betreiben, immer stärker eingeschränkt werden. „Es fällt immer schwerer, das Spiel der Jugendlichen zu tolerieren“, meint der ehemalige Fußballspieler Paolo Poggi. Andrea Trainotti, Kapitän des AC Trento, äußert sich ähnlich: „Im Vergleich zur Vergangenheit wird das Spielen im Freien immer mehr eingeschränkt, aber ich kritisiere die Verwaltung nicht.“

Auch im Sommer 2026 gilt an den Stränden der Seepromenade von Riva del Garda wieder das Verbot, mit Bällen zu spielen. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Punta Lido und dem Hafen San Nicolò südlich des Rad- und Fußgängerwegs.
Diese Maßnahme entspricht der im vergangenen Jahr erlassenen Regelung, welche nun durch eine Verordnung der Stadtverwaltung bestätigt wird.
Die Verordnung ist vom 24. Juni bis zum 27. September in Kraft. Hintergrund sind neue Meldungen und Beschwerden im Zusammenhang mit Ballspielen am Ufer und in den unmittelbar an die Badegäste angrenzenden Bereichen.
In mehreren Fällen kam es zu Störungen und angespannten Situationen, bei denen Bälle zwischen Sonnenschirmen und Handtüchern landeten. Zwar verbietet die städtische Polizeiverordnung bereits das Spielen in überfüllten Bereichen, doch die Stadtverwaltung betont, dass sich die Einzelfallprüfung angesichts des starken Touristenandrangs als schwierig erwiesen habe.

„Es handelt sich nicht um eine Maßnahme gegen Ballspiele oder junge Menschen, sondern um eine Entscheidung, die auf Ausgewogenheit und Verantwortung abzielt“, erklärt Alessio Zanoni, Bürgermeister von Riva del Garda. „Unsere Strände sind im Sommer sehr stark frequentiert, mit einer großen Anzahl von Familien, kleinen Kindern, älteren Menschen und gebrechlichen Personen. In diesem Zusammenhang müssen wir die Sicherheit und Ruhe aller gewährleisten. Aus diesem Grund hielten wir es für notwendig, ein bereits im vergangenen Jahr erprobtes Verbot zu bestätigen, durch das kritische Situationen reduziert werden konnten.“
Der Bürgermeister bekräftigt zudem die Absicht der Stadtverwaltung, die Freizeitmöglichkeiten nicht einzuschränken: „Wir haben volles Verständnis für den Wunsch der Jugendlichen, zu spielen und zusammen zu sein. Genau aus diesem Grund haben wir einige alternative Bereiche an der Seepromenade ausgewiesen, zum Beispiel den Bereich Miralago und die Flächen nördlich des Rad- und Fußgängerwegs. Dort können die großzügigen Flächen sicher zum Ballspielen genutzt werden, ohne diejenigen zu stören, die Entspannung und Ruhe suchen.“

Doch das Verbot stößt auch auf Kritik. Der ehemalige Fußballspieler Paolo Poggi, der für die Vereine FC Venedig, Udinese Calcio und AS Rom gespielt hat und heute als Sportmanager tätig ist, äußert sich zu diesem Thema und betrachtet es aus einer gesellschaftlichen Gesamtperspektive: „Ich kenne die konkrete Lage in Riva del Garda nicht im Detail, aber es stimmt, dass es heutzutage immer schwieriger wird, das Spielen von Kindern im öffentlichen Raum zu tolerieren. Als ich ein Kind war, spielten wir in Venedig überall, sogar in den Gassen, und oft kam es zu Konflikten mit den Anwohnern. Wir waren viele und verbrachten unsere Zeit immer im Freien. Heute haben sich die Gewohnheiten geändert, und das führt unweigerlich zu einem anderen Umgang mit gemeinsam genutzten Räumen.“
Poggi fügt noch eine bedauernde Anmerkung hinzu: „Es ist schade, weil dadurch ein Stück Spontaneität verloren geht. Aber jeder Kontext hat seine eigenen Regeln und Anforderungen. Die Gegebenheiten eines Tourismusortes wie Riva del Garda unterscheiden sich von denen anderer Orte und müssen respektiert werden.“

Ausgewogener, aber im Wesentlichen ähnlich fällt auch die Stellungnahme von Andrea Trainotti, dem Kapitän des FC Trento, aus, der sagt: “Ich verstehe das Bedürfnis des Bürgermeisters, alle Strandbesucher zu schützen. Ich kenne zwar nicht alle Details der lokalen Gegebenheiten, aber es ist offensichtlich, dass man versucht hat, einen Kompromiss zu finden. Es tut mir leid, dass es keine großen Bereiche für Jugendliche gibt, auch wenn eine Alternative gefunden wurde.“
Der Verteidiger fügt eine allgemeinere Überlegung zum gesellschaftlichen Wandel hinzu: „Im Vergleich zur Vergangenheit wird das Spielen im Freien immer mehr eingeschränkt. Kinder fühlen sich heute oft von Smartphones und Tablets angezogen. Daher stellt jeder Raum, der für das körperliche Spielen wegfällt, einen Verlust dar. Dennoch möchte ich die Stadtverwaltung nicht kritisieren. Es ist eine Entscheidung, die versucht, unterschiedliche Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, und es ist nie einfach, den perfekten Mittelweg zu finden.“







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