Auswirkungen der hohen Temperaturen

Verzweifelte Italiener: Kaum Pilze in den Wäldern

Montag, 10. August 2026 | 07:59 Uhr

Von: Matthias Knapp

Belluno/Trient – Unter der brütenden Hitze leiden nicht nur Menschen und Tiere. Die hohen Temperaturen und die damit einhergehende Trockenheit wirken sich auch auf die Wälder aus. Das bekommen momentan viele Pilzesammler zu spüren, die im Norden Italiens unterwegs sind und derzeit oft nur mit leeren Körben nach Hause zurückkehren, wie der Corriere della Sera schreibt.

„Wir haben es mit einer starken Trockenperiode im gesamten Nordosten Italiens zu tun. Auch die Seen leiden darunter und Pilze gibt es nur sehr wenige“, erklärt Fabio Padovan, Präsident der mykologischen Vereinigung Bresadola. Die Ursache liege an einer fatalen Kombination aus sengender Hitze, Trockenheit und Wind am Nachmittag, der dem Boden Feuchtigkeit entzieht und das Sprießen der Pilze verhindert.

Wärmegewitter am frühen Abend bilden sich oft nur lokal begrenzt. Steinpilze und Pfifferlinge lassen sich deshalb nur in bestimmten Gegenden und nur in beschränktem Ausmaß finden. Kritisch ist die Situation vor allem im Belluno, aber auch im Trentino-Südtirol.

„In vielen Zonen regnet es bereits seit Tagen nicht und selbst das Gras im Unterholz zeigt Anzeichen von Stress“, erklärt der Experte. Alles hänge von der Verfügbarkeit von Wasser und von Windstille ab. Ohne ausreichend Feuchtigkeit können Pilze nicht wachsen.

Wer sich trotzdem auf die Suche begeben möchte, dem empfiehlt Padovan Zonen, in denen es kürzlich geregnet hat. Auch Gebiete oberhalb von 1.800 Höhenmetern seien vielversprechender – vor allem, wenn dort vorher Gewitter stattgefunden hätten.

Eine positive Nebenwirkung haben die hohen Temperaturen trotzdem: Im Vergleich zum späten Frühjahr und zum Beginn des Sommers sind auch Zecken bei extremer Hitze weniger aktiv. Zumindest das ist eine Erleichterung beim Sammeln von Pilzen.

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