Israelischer Militäreinsatz im Flüchtlingsviertel Askar (Archivbild)

14-jähriger Palästinenser bei Militäreinsatz getötet

Sonntag, 23. August 2026 | 16:16 Uhr

Von: importer

Bei einem israelischen Militäreinsatz im besetzten Westjordanland ist nach palästinensischen Angaben ein 14-Jähriger tödlich durch Schüsse verletzt worden. Der Jugendliche sei im Flüchtlingsviertel Askar nahe der palästinensischen Stadt Nablus getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah mit. Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte auf Anfrage, man prüfe die Berichte.

Der palästinensische Rettungsdienst Roter Halbmond teilte mit, eines seiner Teams habe einen von Soldaten im Brustbereich angeschossenen Jugendlichen in Askar versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort seien die Versuche, sein Leben zu retten, erfolglos geblieben.

Messerangriff auf Israeli im Westjordanland

Bei einer Messerattacke im südlichen Westjordanland wurde unterdessen ein junger Israeli verletzt. Videoaufnahmen zeigen, wie ein mutmaßlich palästinensischer Angreifer mehrfach von hinten auf ihn einstach. Die Armee teilte mit, Soldaten suchten nach dem flüchtigen Tatverdächtigen.

Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg noch einmal verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Westjordanland seitdem mehr als 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet.

Aber auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat stark zugenommen. Israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen Siedlergewalt vorzugehen, oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen. Seit ihrem Amtsantritt Ende 2022 hat die israelische Regierung über 100 neue Siedlungen im gesamten Westjordanland genehmigt, wie der Sender BBC am Freitag berichtete. Die Siedlungen sind nach Völkerrecht illegal und müssten laut dem Internationalen Gerichtshof so schnell wie möglich geräumt werden.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ostjerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern mehr als 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat. Israel lehnt dies ab.

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