Von: APA/AFP
Die Zahl hungernder Menschen weltweit ist 2025 das dritte Jahr in Folge zurückgegangen, bei der Ernährung von Kindern gibt es jedoch kaum Fortschritte. 150 Millionen Kinder sind chronisch mangelernährt, wie es in dem Bericht “The State of Food Security and Nutrition in the World 2026” (Sofi 2026) heißt, der am Dienstag von fünf Organisationen der Vereinten Nationen gemeinsam veröffentlicht wurde, darunter das Kinderhilfswerk UNICEF.
Dem Bericht zufolge sind Fortschritte möglich, allerdings ungleich verteilt und zudem nicht ausreichend, um die UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu erreichen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen waren im vergangenen Jahr 7,8 Prozent der Weltbevölkerung von Hunger betroffen. Das sei ein Rückgang gegenüber 8,1 Prozent im Jahr 2024 sowie 8,6 Prozent im Jahr 2022 und zeige eine anhaltende, wenn auch langsame Verbesserung. In absoluten Zahlen bedeute dies, dass im Jahr 2025 schätzungsweise rund 645 Millionen Menschen von Hunger betroffen waren, 14 Millionen Menschen weniger als 2024 und 43 Millionen weniger als 2022.
Der Bericht hebt zudem hervor, dass es zu wenig Fortschritte im Bereich der Ernährung von Müttern und Kindern gibt. Weltweit ernähren sich demnach nur 30,8 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis 23 Monaten ausreichend abwechslungsreich. Rund 150 Millionen Kinder unter fünf Jahren (23 Prozent) waren 2024 nach wie vor chronisch mangelernährt und haben dadurch Wachstumsverzögerungen. Dies sei zwar ein Rückgang um 26 Prozent seit 2012, sei aber zu wenig, um das angestrebte Ziel einer Senkung auf 108 Millionen bis 2030 zu erreichen, heißt es in dem Bericht.
Asien am Weg zum Ziel für 2030
Der Anteil der untergewichtigen Kinder unter fünf Jahren sank von 7,4 Prozent (2012) auf 6,6 Prozent (2024) ebenfalls nur leicht. Übergewicht bei Kindern unter fünf nahm hingegen von 5,3 Prozent auf 5,5 Prozent sogar etwas zu. Die Fortschritte variieren dabei erheblich zwischen den Regionen. Das Vorherrschen von chronischer Mangelernährung bei Kindern geht in Afrika zurück und ist in Asien auf dem besten Weg, das nachhaltige UNO-Ziel für 2030 zu erreichen.
“Jedes Kind verdient die Chance, zu wachsen und sein volles Potenzial zu entfalten, und das beginnt mit dem Zugang zu nahrhaften, erschwinglichen Lebensmitteln”, erklärte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. Der Bericht mache auf eindringliche Weise deutlich, dass die Ernährungssysteme Millionen von Kindern und Familien im Stich lassen. “Ernährung, Gesundheit, Bildung und soziale Sicherung müssen Hand in Hand gehen, um die am stärksten gefährdeten Kinder und Frauen vor globalen Schocks zu schützen.”




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