Von: Redaktion Südtirol News
Bozen – Elide Mussner, Gemeinderätin in Abtei und Mitglied des Landesvorstands der Grünen, blickt in einer Aussendung auf 80 Jahre Pariser Vertrag und 80 Jahre Autonomie für Südtirol zurück und wirft zugleich einen kritischen Blick in die Zukunft.
“80 Jahre Pariser Vertrag, 80 Jahre Autonomie für Südtirol. Eine Autonomie, die in Südtirol die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben in der Vielfalt geschaffen hat. Eine Vielfalt, die heute immer wieder als Bedrohung statt als Chance wahrgenommen wird. Die Debatte Deutsche/Italiener flammt immer wieder auf und nimmt beunruhigende Töne an. Und immer wieder vergisst man uns Ladiner, wenn man zum Beispiel über die „zwei Landessprachen” spricht. Wenn man nach einem inklusiven Schulsystem sucht: Wir haben eins! Wenn man sich empört, weil man in den öffentlichen Ämtern nicht die Muttersprache sprechen darf: Wann können wir Ladiner das wohl”, fragt sie.
“All dies, um zu sagen: Wenn man die Auseinandersetzung sucht, dann findet man sie auch, das steht außer Frage, ist aber eine banale politische Strategie. In Frage stehen heute aber unsere Werte und vor allem die Frage: Wie wollen wir zusammenleben? Die Autonomie ist in ihrer Grundlage ein Instrument des Friedens. Sie steht für ein friedliches Miteinander, für einen Kompromiss, denn nur durch Kompromisse ist es möglich, einen gemeinsamen Weg zu finden! In einer Welt, die von ständiger Kriegsrhetorik dominiert wird, die einem neuen kalten Krieg zusteuert, die persönliche Interessen vor denen des Gemeinwohls setzt, sollten wir uns wieder darauf besinnen: Friede und Zusammenleben brauchen Toleranz, Solidarität, gegenseitiges Verständnis, Zuversicht. Die Autonomie lehrt uns das. Wir sollten uns dringend wieder darauf besinnen”, schließt Elide Mussner.




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