Von: importer
Neun Tage nach der verheerenden Sturzflut in Nepal haben Rettungskräfte zwei Männer lebend aus einem Tunnel geborgen. Die beiden Arbeiter seien aus der Anlage eines Wasserkraftwerks gerettet und in ein Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Kathmandu gebracht worden, teilte das Energieministerium am Freitag mit. Die Zahl der Todesopfer in Nepal stieg den Behörden zufolge inzwischen auf mindestens 1.287, die Zahl der Vermissten auf über 5.000.
In Tibet starben laut chinesischen Angaben 21 Menschen, über 540 weitere Menschen gelten hier als vermisst. Die Katastrophe hatte sich am 26. August im Grenzgebiet zwischen Nepal und der chinesischen Region Tibet ereignet, als nach einem Gletscherabbruch eine Lawine aus Eis, Gestein und Schlamm ins Tal raste und ganze Ortschaften zerstörte.
Rettung unter Jubel von Schaulustigen
Von den Behörden veröffentlichte Videos zeigten, wie einer der Geretteten unter dem Jubel von Umstehenden aus einem Erdloch gezogen und auf eine Trage gelegt wurde. Der zweite Überlebende wurde mit schlammbedecktem Gesicht auf dem Rücken eines Helfers zu einem Zelt getragen. Er sagte der Zeitung “Kathmandu Post”, er habe in der Dunkelheit gebetet. Er vermute, dass noch drei oder vier weitere Menschen in dem Tunnel am Leben sein könnten. Die Behörden gehen davon aus, dass insgesamt mindestens 900 Menschen in Tunnelanlagen von sechs Wasserkraftwerken entlang des Flusses Trishuli eingeschlossen wurden.
Seit der Jahrhundertwende verzeichnet Nepal einen Boom bei Wasserkraftwerken. Das von großer Armut geprägte Himalaya-Land mit rund 30 Millionen Einwohnern will seine Wasserressourcen nutzen, um die chronische Stromknappheit zu beheben und womöglich auch Elektrizität an den südlichen Nachbarn Indien zu verkaufen.
Viele Pilger unter den Vermissten
An der Suche nach weiteren Überlebenden beteiligen sich neben der nepalesischen Armee und Polizei auch Experten aus Indien, Südkorea, China und Australien. Unter den Vermissten sind den Angaben zufolge auch mindestens 583 Ausländer, darunter viele Pilger und Wanderer.
Die Katastrophe hat in der gesamten Region massive Zerstörungen angerichtet. In den überfluteten Gebieten müssten rund 20.000 Häuser wiederaufgebaut werden, erklärte der Chef der nationalen Katastrophenschutzbehörde, Dharma Raj Upreti. Davon seien mindestens 7.500 vollständig zerstört worden. Die Sach- und Infrastrukturschäden belaufe sich auf umgerechnet etwa 2,6 Milliarden Dollar (2,24 Milliarden Euro).




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