Das neue Krankenhausinformationssystem kommt in die Umsetzung

Team K: “Ärzte kritisieren NGH, doch Landesregierung hält am Kurs fest”

Freitag, 25. September 2026 | 18:06 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Das neue Krankenhausinformationssystem NGH wird nicht ausgesetzt. Dies geht aus einer Landtagsanfrage vom Team K hervor. Auf die Forderungen der Ärzteschaft aus den Bezirken Brixen und Bruneck gehe man nicht ein und den Mehraufwand messe man nicht einmal, kritisiert die Bewegung.

Über 200 Ärztinnen und Ärzte der Gesundheitsbezirke Brixen und Bruneck haben in einem offenen Brief die gravierenden Mängel des neuen Krankenhausinformationssystems NGH aufgezeigt: fragmentierte Abläufe, bis zu drei Programme, die für eine einzige Visite parallel bedient werden müssen, langsame Server, mehr Zeit am Bildschirm und weniger Zeit für Patientinnen und Patienten.

Die Antwort von Landesrat Hubert Messner lässt laut Team K keinen Zweifel: „Die Landesregierung und SABES halten am eingeschlagenen Weg fest. […] Eine Aussetzung der Einführung ist daher nicht vorgesehen.” Eine unabhängige Evaluierung hält der Landesrat derzeit „nicht für zielführend”.

Bezeichnend ist laut Team K: “Den zusätzlichen Aufwand für die Dokumentation kann der Sanitätsbetrieb nicht beziffern. Vergleichende Zeitmessungen vor und nach der Umstellung seien schlicht nicht durchgeführt worden. Die Einführung gehe trotzdem unvermindert weiter: Nach den Notaufnahmen in Brixen und Sterzing folgen im Oktober Bruneck und Innichen, Ende Oktober dann der stationäre Bereich in allen vier Häusern. Allein 2025 und im ersten Halbjahr 2026 flossen rund zehn Millionen Euro in das neue Informationssystem.”

“Wer die Stimme von über 200 Ärztinnen und Ärzten überhört, nimmt die Folgen für die Versorgung bewusst in Kauf”, so Franz Ploner. “Die Mehrbelastung geht zulasten der Arbeitszeiten und der Zeit am Krankenbett, längere Wartezeiten sind unvermeidlich. Statt von oben durchzuziehen, bräuchte es eine partnerschaftliche und kollegiale Haltung: innehalten, zuhören und gemeinsam mit der Ärzteschaft Lösungen suchen und umsetzen.”

Bezirk: Eisacktal

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