Von: importer
In Sicherheit gebrachte Bewohner der von Russland besetzten Frontstadt Oleschky in der Südukraine sind mit Flugzeugen nach Belarus gebracht worden. Insgesamt vier Flugzeuge mit den Evakuierten an Bord seien in Homel nahe der ukrainischen Grenze gelandet, erklärte der ukrainische Unterhändler Dawyd Arachamija. Von dort gehe es mit Bussen weiter, sagte der enge Vertraute von Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag. Indes gab es in Russland zwei Tote nach einer Ukraine-Attacke.
In wenigen Stunden sollten die am Freitag aus der Stadt gebrachten Menschen zusammen mit einer ukrainischen Delegation wieder auf ukrainischem Gebiet sein. Für Hilfslieferungen und die Evakuierung der umkämpften Stadt, in der die Lebensbedingungen für die verbliebenen Einwohner zuletzt immer dramatischer wurden, hatten die USA eine lokale Waffenruhe vermittelt.
Die evakuierten Menschen waren zunächst mit Bussen über die von Russland annektierte Halbinsel Krim in die russische Stadt Anapa gebracht und von dort nach Belarus geflogen worden. Das Verlassen von Oleschky gestaltete sich schwierig, da die Frontlinie nur wenige Kilometer entfernt verläuft.
Waffenruhe von Melania Trump vermittelt
Die Waffenruhe war unter Vermittlung von First Lady Melania Trump und unter Beteiligung des Papstes vereinbart worden. Sie wird nach Angaben beider Seiten seit Dienstag ohne Zwischenfälle eingehalten. Dies ermöglichte es, Straßen von Minen zu räumen und Hilfsgüter in die Stadt zu bringen.
Die Versorgung von Oleschky war zuvor durch Kämpfe und Drohnenbeschuss unterbrochen worden, was zu einem massiven Mangel an Lebensmitteln geführt hatte. Vor dem Krieg lebten rund 24.000 Menschen in der Stadt, zuletzt waren es nach ukrainischen Angaben noch etwa 1.700.
Zwei Tote bei ukrainischem Drohnenangriff in Region Brjansk
Unterdessen wurden bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Grenzregion Brjansk den Behörden zufolge zwei Menschen getötet. Fünf weitere Personen seien beim Einschlag der Drohne in einem Wohnhaus in der Ortschaft Klimowo verletzt worden, teilte die Regionalverwaltung mit. Das russische Militär habe in den vergangenen 24 Stunden 29 ukrainische Drohnen über der Region abgeschossen.
Außerdem attackierte Kiew eigenen Angaben zufolge eine wichtige Fabrik für Raketentreibstoff in der russischen Grenzregion Rostow. Bei dem nächtlichen Angriff auf das staatliche Chemie- und Rüstungsunternehmen Kombinat Kamenski in Kamensk-Schachtinski wurden vier Produktionsanlagen beschädigt, wie der ukrainische Generalstab mitteilte. Außerdem sei es zu einem Brand gekommen. Zum Einsatz kamen demnach sowohl Drohnen als auch ukrainische Neptun-Raketensysteme. Die Anlage im Süden Russlands ist für die russische Kriegsführung von Bedeutung, da sie Treibstoff für Militärraketen herstellt.
Massive Stromausfälle durch russische Drohnenangriffe
Nach Angaben aus Kiew attackierte Russland erneut ukrainische Energieanlagen. Die Drohnenangriffe hätten in der Nacht auf Samstag zu massiven Stromausfällen geführt, teilte Selenskyj auf Telegram mit. In den Regionen Kiew und Dnipropetrowsk sei die Stromversorgung für rund 280.000 Haushalte unterbrochen worden. Selenskyj sprach von einer schwierigen Lage.
Die Welt sehe, dass Russland täglich gezielt zivile Infrastruktur ins Visier nehme. Wer verhindern wolle, dass sich die russische Eskalation weiter nach Europa ausbreite, müsse der Ukraine helfen, erklärte Selenskyj.




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