Von: importer
Bei der Nachwahl im englischen Küstenort Clacton will der britische Rechtspopulist Nigel Farage am Donnerstag seinen Rückhalt bei der Wählerschaft demonstrieren und sich als Kämpfer gegen das Establishment positionieren. Er trifft auf einen ungewöhnlichen Gegner: “Count Binface” – eine vom Komiker Jon Harvey geschaffene Kunstfigur, die in einem Mülleimer-Kostüm steckt. Die großen Parteien boykottieren die Abstimmung.
Sie sehen darin einen politischen Schachzug, mit dem der Chef der Partei Reform UK von Fragen zu Spenden und Offenlegungspflichten ablenken wolle. Farage tritt gegen mehr als 30 Konkurrenten an. Count Binface dürfte lauat Umfragen sein schärfster Herausforderer sein. Wegen der vielen unabhängigen Bewerber und Spaßkandidaten kommt bei der Wahl mit 90 Zentimetern der längste Stimmzettel in der britischen Politikgeschichte zusammen.
Farage in Spendenaffäre verstrickt
Farage hatte sein Parlamentsmandat im vergangenen Monat überraschend niedergelegt, um sich eine neue Legitimation durch die Wähler zu sichern. Dem Schritt waren Vorwürfe vorausgegangen, er habe eine Spende eines Milliardärs in Höhe von fünf Millionen Pfund (5,86 Mio. Euro) nicht ordnungsgemäß deklariert. Farage wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, es habe sich um ein persönliches Geschenk gehandelt, für das keine Meldepflicht bestehe. Der zuständige Parlamentsausschuss untersucht den Fall derzeit. Sollte Farage gegen die Regeln verstoßen haben, könnten Sanktionen folgen, die eine weitere Wahl in dem Bezirk auslösen würden. Abgeordnete müssen Spenden aus dem Jahr vor einer Wahl normalerweise innerhalb eines Monats nach Amtsantritt melden.
Dass Spaßkandidaten wie “Count Binface” bei britischen Wahlen antreten, ist nicht ungewöhnlich, da die Zulassung lediglich 500 Pfund kostet. Clacton im Osten Englands gilt als strukturschwache Region. Bei der Wahl im Jahr 2024 hatte Farage dort bei einer Wahlbeteiligung von 58 Prozent 46 Prozent der Stimmen geholt.




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