Von Absichtserklärungen und Papiertigern

Grüne fordern mehr Anstrengungen in Sachen Klimaschutz

Montag, 26. Juli 2021 | 17:51 Uhr

Bozen – Das Strategiepapier zur Nachhaltigkeit braucht mehr die Strategie als das Papier. Das ist die Forderung der Grünen im Südtiroler Landtag.

“Die Aktivisten stehen am Freitag für das Klima ein, die Landesregierung jeden Tag. So lautet die – wohl gutgemeinte, aber auch ziemlich besserwisserische – Botschaft des Strategiepapiers der Landesregierung zur Nachhaltigkeit, vorgestellt in großem Stil am letzten Freitag. Bei der dazugehörigen Pressekonferenz waren alle Landesräte angetreten, um mit dem LH die (Nachhaltigkeits)-messe zu zelebrieren. An und für sich ein sehr löbliches Vorhaben. Die UN-Ziele zur Nachhaltigkeit in Südtirol umsetzen, das ist ein großer und wichtiger Auftrag. Die Einbettung stimmte, die Inszenierung ebenfalls, auf die Inhalte aber wartet Südtirol nun doch schon lange”, so die Grünen.

“Nachhaltigkeit und Klimaschutz sollten der Stern sein, unter dem die Legislatur Kompatscher II in Koalition mit der Lega Salvini stehen würde. Bereits vor bald zwei Jahren verlautete aus der Klausur der Landesregierung, dass nun alle Gesetze auf Klimaverträglichkeit geprüft würden. Davon haben wir im Landtag nichts gemerkt. Und so gleicht auch das in nachhaltig-braunen Look gepackte Strategiepapier mehr einem Wunschbrief als einer handfesten Anleitung”, so die Grünen.

“Als einzige unmissverständliche Maßnahme sticht die ‘aktuelle Überarbeitung des Klimaplans’ hervor. Hochaktuell, allerdings! In der derzeitigen Ausgabe des Klimaplans prangt noch das Konterfei von Landeshauptmann a. D. Luis Durnwalder – sie geht zurück auf das Ressort Michl Laimer im Jahr 2011. Für eine Klimaerwärmung, die nur mehr wenige Jahre Zeit lässt, sind das Äonen verpasster Gelegenheiten. Dass die Landesregierung ein klares Bekenntnis zu den UN-Zielen der Nachhaltigkeit ablegt, ist begrüßenswert. Sie muss sich allerdings auch an den bisherigen Taten messen lassen”, finden die Grünen.

“Flugverkehr, neue Straßen für Olympia 2026, Rücknahme der zaghaften Verkehrsberuhigung auf den Passstraßen, kein klares Bekenntnis zur Ökologisierung der Landwirtschaft – das sind nur einige Beispiele, an denen man durchaus ins Zweifeln kommen kann, wie ernst es ist, mit der Enkeltauglichkeit. Wir erwarten uns, dass die schön gefassten Ziele des Papiers auch zu eindeutigen Handlungsanleitungen führen. Ohne Plan werden die schönsten Absichtserklärungen zu Papiertigern. Das können wir uns in Sachen Klimaschutz schlicht nicht leisten”, so die Grünen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "Grüne fordern mehr Anstrengungen in Sachen Klimaschutz"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
schlauer
schlauer
Tratscher
1 Monat 25 Tage
„Die Landesregierung steht jeden Tag für das Klima ein“ so ihre Botschaft im Strategiepapier zur Nachhaltigkeit. Allerdings tut die politische Mehrheit dann genau das Gegenteil! Beispiel: im Frühjahr 2020 wurde ein Beschlussantrag im Landtag zur Rettung des Brixner Auwaldes, der einem Industriegebäude für 3D-Betondrucker der Firma Progress weichen soll, versenkt. Darf daran erinnern, dass Wälder im Kampf gegen den Klimawandel von enormer Bedeutung sind, weil sie CO2 speichern! Werden sie gerodet, steigt klimaschädliches Kohlendioxid ungehindert in die Atmosphäre auf! Erwarte mir daher von der Landesregierung dass sie die Bauleitplanänderung Auwald Brixen ganz klar aus Klimaschutzgründen ablehnt. Ansonsten ist sie nicht… Weiterlesen »
bern
bern
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage

Die Landesregierung hat den Bau neuer Wasserkraftwerke stark eingeschränkt, ja unmöglich gemacht. Ebenso PV Freiflächenanlagen.
Die Gemeinden in Südtirol haben die Installation einer PV-Anlage mit Auflagen verteuert.
Wenn
wir mehr erneuerbare Energie wollen, müssen alle Auflagen für
PV-Anlagen auf Dächern entfallen, Freiflächenanlagen erlaubt werden.
Ebenso der Bau von neuen Wasserkraftwerken ermöglicht werden.

wpDiscuz