"Vier Jahre waren genug"

Heimatpflegeverband fordert Ende der Ausnahmen beim Bettenstopp

Montag, 14. September 2026 | 12:10 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Der Heimatpflegeverband Südtirol warnt vor einer weiteren Verlängerung alter Bettenrechte. Am 30. September läuft die Frist für Hotelprojekte aus, die bereits vor dem 2022 eingeführten Bettenstopp geplant waren, aber noch keine Genehmigung erhalten haben. Der Verband fordert, den Stichtag ohne weitere Ausnahmen gelten zu lassen.

Seit 2022 gilt in Südtirol eine Obergrenze für Gästebetten. Für bereits geplante Projekte in ausgewiesenen Tourismuszonen wurde eine Übergangsregelung geschaffen: Die Vorhaben müssen innerhalb von vier Jahren genehmigt werden. Nun arbeitet die Landespolitik laut Heimatpflegeverband an einer neuen Ausnahme. Ein zuständiger Ausschuss des Landtages soll am Mittwoch darüber beraten.

Der Verband hält die vierjährige Frist für ausreichend. Bereits im Frühjahr sei sie für 56 Gemeinden um fünf Jahre verlängert worden. Ein entsprechender Vorstoß im Landtag sei zuletzt aus dem Gesetz gestrichen worden und solle nun über eine Verordnung wieder aufgegriffen werden. Zudem verweist der Heimatpflegeverband darauf, dass es sich bei den betroffenen Projekten vielfach um größere Gesellschaften handle, die Flächen und Baumöglichkeiten bereits vor Jahren gesichert hätten.

Kritik übt der Verband auch an der bisherigen Entwicklung der Bettenzahlen. Bei der Einführung der Obergrenze im September 2022 gab es demnach rund 235.000 Gästebetten, bis Dezember 2025 stieg die Zahl auf 267.623. „Jedes zusätzliche Bett kostet Landschaft, Boden und Wasser und verschärft den Druck auf Wohnungen und Arbeitskräfte“, wird der Vorsitzende Martin Plaikner zitiert.

Der Verband fordert den Landtagsausschuss auf, die geplante Ausnahme abzulehnen und den 30. September als verbindlichen Stichtag beizubehalten.

Bezirk: Bozen

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