Von: Matthias Knapp
Meran – Information, Eigenverantwortung und der Austausch mit Fachleuten standen am Samstag, 24. Oktober, beim Hochwassertag in Meran im Mittelpunkt. Die Agentur für Bevölkerungsschutz hatte die Veranstaltung auf der Kurpromenade im Rahmen der nationalen Kampagne “Io non rischio – Ich riskiere nicht” organisiert. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher informierten sich über Hochwassergefahren, Vorsorgemöglichkeiten und das richtige Verhalten im Ernstfall. Bevölkerung, Einsatzkräfte, Fachleute und Behörden kamen dabei direkt ins Gespräch.
An den Informationsständen wurde anschaulich vermittelt, wie sich Menschen vor, während und nach einem Hochwasser schützen können. Fachleute erklärten den Gefahrenzonenplan und zeigten, wie sich feststellen lässt, ob ein Gebäude oder Grundstück in einem gefährdeten Gebiet liegt. Zudem gaben sie Einblick in den Zivilschutzplan, die Abläufe im Ereignisfall und die Aufgaben der Einsatzorganisationen. Auch einfache Maßnahmen der persönlichen Vorsorge wurden thematisiert – von Warnmeldungen bis zur Vorbereitung auf eine mögliche Evakuierung. Die zentrale Botschaft: Hochwasserschutz ist eine gemeinsame Aufgabe. Gute Vorbereitung, verlässliche Informationen und richtiges Verhalten können Risiken verringern und Schäden begrenzen.
Wie technische Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, wurde bei einer Exkursion nach Gratsch sichtbar: Am Mutbach konnten Verbauungen des Amtes für Wildbach- und Lawinenverbauung West der Agentur für Bevölkerungsschutz besichtigt werden, darunter eine Sperre, eine Ufermauer und ein Damm. Die Exkursion führte weiter bis zum Zusammenfluss mit dem Mühlbach. Dort erläuterten Fachleute die bereits ausgeführten und die noch geplanten Arbeiten. Da der Mühlbach in diesem Abschnitt wiederholt über die Ufer getreten war und Dammbrüche Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen verursacht hatten, wird seine Durchflusskapazität schrittweise erhöht. Dazu werden das Bachbett verbreitert und die Ufermauern angehoben. Weitere Maßnahmen sollen das Abflussprofil verbessern und den angrenzenden Siedlungsraum besser schützen.
Der Hochwassertag zeigte, dass Schutzbauten, Gefahrenbeurteilung und vorbereitete Einsatzabläufe wichtige Grundlagen für den Umgang mit Naturgefahren sind. Vollständigen Schutz kann es jedoch nicht geben. Umso wichtiger sind verständliche Informationen, eigenverantwortliches Handeln und der kontinuierliche Dialog zwischen Bevölkerung, Fachstellen, Gemeinden und Einsatzkräften.




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