Von: Sophia Molitor
Bozen – Mit dem Beginn des neuen Schuljahres richten sich die Erwartungen von Lehrpersonen, Schulleitungen, Mitarbeitenden und Eltern an die Bildungspolitik. “Die Herausforderungen werden von Jahr zu Jahr größer: zunehmende Heterogenität in den Klassen, steigender Förderbedarf, Personalmangel und die wachsende Bedeutung der Inklusion verlangen nach mutigen und langfristigen Entscheidungen. Die von Bildungslandesrat Philipp Achammer angekündigten Maßnahmen im Bereich der Inklusion gehen zwar in einzelnen Punkten in die richtige Richtung, bleiben aber hinter dem zurück, was die Schulen tatsächlich benötigen”, ist das Team K überzeugt.
„Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder auf die Schwierigkeiten hingewiesen, mit denen Schulen, Lehrpersonen und Familien im Bereich der Inklusion täglich konfrontiert sind. Die Herausforderungen sind seit langem bekannt. Umso wichtiger wäre es gewesen, rechtzeitig die notwendigen strukturellen Voraussetzungen zu schaffen”, erklärt Alex Ploner.
Besonders kritisch sieht der Team K Abgeordnete die geplante Ausbildungsschiene für Quereinsteiger im Integrationsbereich. Inklusion sei eine hochspezialisierte Aufgabe und dürfe nicht zum Experimentierfeld für Notlösungen werden.
„Der Personalmangel darf nicht als Vorwand dienen, die Anforderungen an die Qualifikation zu senken. Die Befähigung für Integrationslehrpersonen muss endlich Teil der regulären Ausbildung an der Bildungsuniversität werden. Inklusion darf keine Zusatzqualifikation für wenige sein, sondern muss zum Grundverständnis aller Lehrpersonen gehören.”
Handlungsbedarf bei Thema Integration
Auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Integration sieht das Team K dringenden Handlungsbedarf. Die angekündigten zusätzlichen Stellen seien ein Schritt, würden das Grundproblem aber nicht lösen.
„Es braucht ausreichend Vollzeitstellen und verlässliche berufliche Perspektiven für die Mitarbeitenden für Integration. Wer Inklusion ernst meint, muss jene stärken, die tagtäglich in den Klassen die wichtigste Arbeit leisten”, so Alex Ploner.
Für das Team K steht fest, “dass die Diskussion um die Inklusion stellvertretend für die Zukunft der gesamten Schule steht.” Notwendig seien jetzt konkrete Strukturreformen, wie die Inklusion und sonderpädagogische Kompetenzen als fixer Bestandteil der Lehrerausbildung. “Der Forderung nach mehr Vollzeitstellen und attraktiven Berufsperspektiven für Mitarbeitende für Integration muss ebenso Rechnung getragen werden, wie einer spürbaren Entlastung der Lehrpersonen von Bürokratie und Verwaltungsaufgaben. Ressourcen und Unterstützungssysteme müssen sich am tatsächlichen Bedarf der Schulen orientieren und der Ausbau multiprofessioneller Teams mit Schulpsychologen, Sozialpädagogen und weiteren Fachkräften muss schnell vorangetrieben werden.”
„Die Schulen brauchen mehr Unterstützung und nicht mehr Verantwortung für die Verwaltung von Knappheit. Lehrpersonen, Schulleitungen, Mitarbeitende und Eltern erwarten sich zu Recht zukunftsweisende Veränderungen. Südtirol braucht keine Verwaltung des Mangels, sondern Investitionen in Menschen, Qualifikation und Unterstützungssysteme. Es reicht nicht, Herausforderungen zu verwalten. Jetzt ist die Zeit, die richtigen Weichen für die Schule der Zukunft zu stellen, vor allem durch eine Neuorganisation der Schulentwicklung. Diese meine Forderung wird demnächst im Landtag abgestimmt”, bringt es Alex Ploner auf den Punkt.




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