Vance zieht in der Schweiz erste positive Bilanz

Iran-Gespräche: Vance zieht erste positive Bilanz

Montag, 22. Juni 2026 | 15:00 Uhr

Von: APA/AFP/dpa

Nach dem Ende der ersten Verhandlungsrunde mit dem Iran in der Schweiz hat US-Vizepräsident JD Vance eine positive Bilanz gezogen. “Wir haben eine sehr gute Grundlage für eine erfolgreiche endgültige Einigung geschaffen”, sagte Vance am Montag vor Journalisten im Schweizer Luxusresort Bürgenstock, wo die Gespräche stattgefunden hatten. Teheran habe zugestimmt, wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land “einzuladen”.

Vance nannte die iranische Zustimmung einen “wichtigen Meilenstein für das amerikanische Volk”. Es sei zudem “der erste Schritt zur dauerhaften Denuklearisierung oder zur endgültigen Beendigung des Atomwaffenprogramms im Iran”. Der Iran äußerte sich nach den Gesprächen in der Schweiz deutlich zurückhaltender zu dem Thema. Über die von Vance verkündete Zustimmung zur Einladung an IAEA-Inspektoren verlautete zunächst nichts.

Im vergangenen Herbst hatte die IAEA im Iran zuletzt einige Standorte des Atomprogramms besichtigt, die nicht durch die israelischen und US-Angriffe im Juni 2025 beschädigt worden waren. Seit diesen ersten Angriffen hat sie keinen Zugang mehr zu den iranischen Urananreicherungsanlagen gehabt. Ende Februar haben die USA und Israel einen Krieg gegen den Iran begonnen, der nach einem Rahmenabkommen nun endgültig beigelegt werden soll.

Iran: Keine Details zu Atomfrage erörtert

Der iranische Außenministeriumssprecher Esmaeil Bakaei teilte am Montag mit, bei den Gesprächen in der Schweiz habe mit den USA eine “sehr kurze Debatte über die Atomfrage” stattgefunden. Das Thema sei von den USA angesprochen worden, Washington habe seine Position dargelegt. “Aber es wurden keine Details erörtert, und man kann nicht sagen, dass Verhandlungen über die Atomfrage begonnen haben.”

Das iranische Atomprogramm ist einer der Gründe, die US-Präsident Donald Trump für den Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnenen Krieg gegen den Iran genannt hatte. Nach Einschätzung der IAEA ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Der Wert liegt weit über dem Anreicherungsgrad, der für die zivile Nutzung der Atomkraft nötig ist – und nahe an dem Grad von 90 Prozent, der zum Bau einer Atombombe benötigt wird.

Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben.

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