F-35-Kampfjet der USA

Iran: US-Jet abgeschossen – Brand in Raffinerie in Kuwait

Freitag, 03. April 2026 | 11:40 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Die iranischen Revolutionsgarden haben nach Militärangaben zum zweiten Mal seit Beginn des Krieges vor fast fünf Wochen ein US-Kampfflugzeug abgeschossen. Der F-35-Jet sei in der Mitte des Landes zu Boden gegangen, teilte das Hauptquartier der iranischen Streitkräfte mit. Unterdessen ist Israel am Freitag erneut mit Raketen beschossen worden. Teheran soll dabei Streumunition eingesetzt haben. In Kuwait wurden eine Raffinerie sowie eine Entsalzungsanlage von Drohnen getroffen.

Die Überlebenschancen des Piloten seien gering, teilten die Revolutionsgarden am Freitag mit. Eine Stellungnahme aus den USA lag zunächst nicht vor. Iranische Meldungen über erfolgreiche Zerstörungen US-amerikanischer Kampfjets hatte das Regionalkommando für den Nahen Osten (CENTCOM) zuletzt zurückgewiesen. Am Donnerstag etwa widersprach CENTCOM einem vermeintlichen Abschuss über der iranischen Insel Qeshm im Süden des Landes. Im März hatte das US-Militär die Notlandung eines F-35-Flugzeugs nach einem Einsatz über dem Iran gemeldet.

Raffinerie in Kuwait in Flammen

Am Freitag gerieten auch mit den USA verbündete Länder erneut unter Beschuss: In Kuwait trafen Drohnen eine Raffinerie und lösten Brände aus, meldete die staatliche Nachrichtenagentur des Emirats. Wie die staatliche Kuwait Petroleum Company (KPC) auf X mitteilte, seien in mehreren Betriebseinheiten Feuer ausgebrochen. Rettungskräfte seien im Einsatz, um die Brände zu löschen. Es gebe keine Berichte zu Opfern. KPC berichtete nicht, die Raffinerie abgeschaltet zu haben. Die Anlage gehört zu den wichtigsten Ölraffinerien des Landes und auch der Golfregion.

Bei einem iranischen Angriff in Kuwait wurden außerdem nach Angaben der dortigen Regierung ein Kraftwerk und eine Wasserentsalzungsanlage getroffen. Dabei entstanden Sachschäden an Teilen der Anlage, teilte das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien mit. Notfall- und Technik-Teams seien im Einsatz, um den Betrieb gemäß den Notfallplänen aufrechtzuerhalten und das Gelände zu sichern. Als besonders trockenes und wasserarmes Land ist Kuwait von Entsalzungsanlagen abhängig. Trinkwasser entsteht in Kuwait größtenteils aus der Entsalzung. Schäden an den Anlagen können zudem schwere Folgen für die Umwelt haben.

In Saudi-Arabien habe die Luftabwehr sieben Drohnen abgefangen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Der Iran greift auch mehr als vier Wochen nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe gegen sich immer wieder seine benachbarten Golfstaaten, die US-Militärstützpunkte beherbergen, mit Raketen und Drohnen an.

Iran und Hisbollah feuern wieder Geschoße auf Israel

Israel ist erneut mit Raketen beschossen worden. Im Norden des Landes gab es am Freitagvormittag nach Einschlägen in der Gegend der Stadt Haifa infolge eines iranischen Angriffs Schäden an Gebäuden und Autos, wie israelische Medien berichteten. Demnach setzte der Iran die international weitgehend geächtete Streumunition ein. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, ein Mann sei leicht verletzt worden.

Iranischen Informationen zufolge wurden Militärziele in Israel beschossen. Unter anderem sei ein Militärflugplatz rund 30 Kilometer von Haifa attackiert worden. In der Metropolregion Tel Aviv sei eine Produktionsstätte für Kampfdrohnen getroffen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Die iranischen Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Schäden an Militäranlagen und im Rüstungsbereich unterliegen in Israel der Zensur.

In der Nacht auf Freitag wurde Berichten zufolge bei einem iranischen Angriff ein Haus in einem Vorort von Tel Aviv schwer beschädigt. Auch in anderen Gegenden gab es Medien zufolge Einschläge. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim bestätigte den nächtlichen Raketenangriff auf Israel.

In der Früh heulten im Norden Israels wegen Drohnen- und Raketenangriffen der libanesischen Hisbollah mehrfach die Warnsirenen. Die vom Iran unterstützte Miliz reklamierte Raketenangriffe für sich.

Juden in Israel und weltweit feiern derzeit das einwöchige Pessachfest, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei erinnert.

Israel tötet Hisbollah-Mitglieder

Israels Armee teilte am Freitag mit, sie habe rund 15 Mitglieder der Miliz bei einem Luftangriff im Südlibanon getötet. Diese hätten einen Raketenangriff auf Israel geplant.

Das israelische Militär erneuerte zugleich einen Fluchtaufruf für die Bewohner der südlichen Vororte von Beirut. Die Armee werde dort weiter Infrastruktur der Hisbollah ins Visier nehmen, hieß es darin. Die dicht besiedelten Viertel gelten als Hochburg der Miliz. Hunderttausende Bewohner haben die Gegend infolge der israelischen Bombardements bisher verlassen.

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