Von: Ivd
Bozen/Innsbruck – Der sogenannte „Rechtsextremismus-Bericht“ des Dokumentationszentrums Österreichischer Widerstand (DÖW) sorgt erneut für Diskussionen. Anlass ist die Nennung des oberösterreichischen Landeshauptmann-Stellvertreters Manfred Haimbuchner im Bericht, verbunden mit seiner Teilnahme an einer Filmvorführung über den Süd-Tiroler Freiheitskämpfer Luis Amplatz.
Haimbuchner nahm an einer Dokumentation teil, die den Widerstand der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung Südtirols in den 1950er und 1960er Jahren gegen die italienische Entrechtungspolitik zeigt. Dabei werden historische Ereignisse wie Anschläge auf faschistische Symbole und Denkmäler behandelt. Der Film kommt zudem mit Aussagen von bekannten Persönlichkeiten wie dem ehemaligen Süd-Tiroler Bildungslandesrat Bruno Hosp und Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder zu Wort.
Kritiker, darunter die Landtagsabgeordneten Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit) und Gudrun Kofler (FPÖ-Tirol), bewerten die Einordnung Haimbuchners als „rechtsextremes Verdachtsmoment“ im DÖW-Bericht als problematisch. Sie betonen, dass die historischen Hintergründe des Süd-Tiroler Freiheitskampfes und der Widerstand gegen faschistische Symbolik bei der Bewertung berücksichtigt werden müssten. Die Abgeordneten äußerten ihre Solidarität mit Haimbuchner und mahnten eine differenzierte, kontextbezogene Analyse historischer Ereignisse an.
Das DÖW verteidigt seine Arbeit als wissenschaftliche Dokumentation von Rechtsextremismus in Österreich, während politische Beobachter die Einordnung in den Kontext Südtirols kontrovers diskutieren. Die Debatte zeigt einmal mehr, wie schwierig die Einordnung von historischen Widerstandsbewegungen im Spannungsfeld zwischen politischer Bildung, Erinnerungskultur und aktueller politischer Bewertung ist.




Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen