SSB-Landeskommandant Christoph Schmid spricht von „Strafrecht im Konjunktiv”

„Landesrat Bianchi sucht Schlagzeilen, der Schützenbund hat nichts zu verbergen“

Donnerstag, 17. September 2026 | 19:51 Uhr

Von: Martin Geier

Bozen – Der Südtiroler Schützenbund hat aus den Medien erfahren, dass Landesrat Christian Bianchi, Landeskoordinator von Forza Italia, bei der Staatsanwaltschaft Bozen eine Eingabe wegen angeblicher Auslandsfinanzierung „ethnisch-identitärer” Politik hinterlegt hat, in der auch der Schützenbund genannt wird. Dies veranlasst SSB-Landeskommandant Christoph Schmid zu einer geharnischten Stellungnahme.

"Der Bau des neuen Sitzes für das Rote Kreuz in Leifers ist eine grundlegende Investition, um die Qualität und die Schnelligkeit der Rettungseinsätze zu verbessern und die unverzichtbare Rolle des Roten Kreuzes zum Wohl der gesamten Bevölkerung zu stärken", unterstreicht Landesrat Christian Bianchi.
LPA/Fabio Brucculeri

Der Südtiroler Schützenbund erfährt aus den Medien, dass Landesrat Christian Bianchi, jetzt Landeskoordinator von Forza Italia, bei der Staatsanwaltschaft Bozen eine Eingabe wegen angeblicher Auslandsfinanzierung „ethnisch-identitärer” Politik hinterlegt hat und dass dabei auch der Schützenbund genannt wurde. Aus den Medien, wohlgemerkt: Der Landesrat hat zuerst die Presse eingeladen und erst dann den Staatsanwalt arbeiten lassen. Über den eigentlichen Zweck der Übung sagt diese Reihenfolge alles. Es geht um Sichtbarkeit, und zwar um die eigene.
 
Bemerkenswert ist auch der Inhalt. Vielleicht unerlaubte Parteienfinanzierung, vielleicht Steuerdelikte, vielleicht unklare Bilanzen, vielleicht Geldwäsche: Wer so viele “vielleicht” braucht, hat keinen Verdacht, sondern einen Wunsch. Ein Wunsch, der enttäuscht werden wird, wie bei allen bisherigen Gelegenheiten.
 
Der Schützenbund ist es gewohnt, im Mittelpunkt der Gedanken eines bestimmten Teils der Politik zu stehen, und man versteht auch, warum: Wer in der Sache nichts zu entgegnen hat, sucht sein Heil beim Staatsanwalt, genauer gesagt in der Schlagzeile über die Anzeige. Die Rechnung ist bekannt: Die Einstellung des Verfahrens wird eines Tages keine Meldung mehr wert sein, entschuldigen wird sich niemand, und der Schaden für den guten Ruf ist bis dahin längst angerichtet. Genau darum geht es.

Christoph Schmid
SSB/Richard Andergassen

Zur Sache selbst: Der Südtiroler Schützenbund erhält Spenden von Privatpersonen und von juristischen Personen, und er ist stolz darauf. Diese Zuwendungen dienen einzig und allein dem Vereinszweck, der für jedermann auf unserer Webseite nachzulesen ist: dem Schutz der Heimat und der Tiroler Identität, also von Sprache, Kultur, Brauchtum und Rechtsempfinden. Der Schützenbund ist keine Partei und finanziert keine Partei.
 
Sämtliche Zuwendungen erfolgen per Banküberweisung und sind damit selbstverständlich nachvollziehbar. Die Mittel werden ordnungsgemäß verbucht, der Verein erstellt seine Jahresabrechnung, und diese wird von den Kontrollorganen geprüft. Jeden Versuch, daraus Verbindungen wer weiß welcher dunklen Natur zu konstruieren, schicken wir an den Absender zurück.
 
Die Politik wird zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Schützenbund in der Frage der Finanzierung nichts zu befürchten hat. Wir warten unsererseits auf jene Antworten, die die Südtiroler Bevölkerung von der Landesregierung, der Herr Bianchi angehört, lautstark einfordert, angefangen beim Unterland: Die Zerschlagung des Wahlkreises Bozen/Unterland wirft Fragen des Minderheitenschutzes und der Rechtsstaatlichkeit auf, die schwerer wiegen als jede Spendenquittung.

Bezirk: Bozen

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