Sozialbeiträge

Leiter Reber: „Südtirol muss einspringen, wenn der Staat versagt“

Mittwoch, 01. September 2021 | 10:12 Uhr

Bozen – Die Freiheitlichen fordern die Landesregierung auf, rasch einzuspringen und die vom Staat nicht freigegebenen Vorsorgebeiträge aus den Mitteln des Landeshaushaltes für jene Südtiroler vorzustrecken, welche unter Covid-19-Quarantäne gestellt wurden und mehrere Wochen nicht arbeiten konnten.

„Im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 wurden seit Jahresbeginn rund 30.000 Südtiroler Beschäftigte unter häusliche Quarantäne gestellt. Für diese Form des angeordneten Krankenstandes hat der Staat bis jetzt jedoch keine Abdeckung durch das staatliche Fürsorgeinstitut NIFS/INPS vorgesehen. Medienberichten zufolge fehlen dem NISF/INPS rund 400 Millionen Euro, um die Kosten der Krankschreibungen für die Quarantäne zu übernehmen. Viele Arbeitgeber haben diese Beträge in den ersten zwei Quartalen vorgestreckt“, hält der freiheitliche Landtagsabgeordnete Andreas Leiter Reber in einer Aussendung einleitend fest.

„Nun droht jenen Arbeitnehmern, welche aufgrund der Quarantänemaßnahmen in den Krankenstand überstellt wurden, die vom Arbeitgeber vorgestreckten Beiträge zurückzuzahlen, da das Geld seitens des Staates für das NISF/INPS noch immer nicht bereitgestellt wurde und es fraglich ist, ob hier in naher Zukunft eine Lösung zu erwarten ist“, kritisiert Leiter Reber. „Es handelt sich hierbei um einen untragbaren Zustand, der nicht hingenommen werden kann, zumal sich die Betroffenen in eine vom Staat angeordnete Quarantäne als Form des Krankenstandes begeben, um eine weitere Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern“, unterstreicht der freiheitliche Fraktionssprecher.

„Wenn schon der Staat seiner Pflicht in verantwortungsloser Art und Weise nicht nachkommt, muss wenigstens das Land Südtirol Verantwortung übernehmen und den betroffenen Bürgern zur Seite stehen. Eine Übergangslösung ist dringend geboten und notfalls gilt es die entsprechenden Mittel aus dem Südtiroler Landeshaushalt vorab bereitzustellen, die selbstredend vom Staat zurückzufordern sind“, betont Leiter Reber.

„Einmal mehr zeigt sich, von welch zentraler Bedeutung ein lokales und autonom verwaltetes Fürsorgeinstitut für Südtirol wäre. Die autonomiepolitischen Bestrebungen zur Übernahme der Zuständigkeit im Für- und Vorsorgebereich müssen dringend intensiviert werden“, hält der freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag abschließend fest.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "Leiter Reber: „Südtirol muss einspringen, wenn der Staat versagt“"


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Supergscheider
Supergscheider
Superredner
27 Tage 15 h

Das Staatsversagen ist zum Standart geworden,das INPS ist mittlerweile die unfähigste aller Institutionen überhaupt.
Dem Bürger solche Missstände zumuten ist.schon eine Frechheit sonders gleichem.
Doch die Politik ist mit selbst beschäftigt und Verantwortung ist denen ein Fremdwort.

So ist das
27 Tage 14 h

Nicht jeder kann sich während einer Krise den Gehalt rückwirkend erhöhen. 🤔

Neumi
Neumi
Kinig
27 Tage 13 h

Naja, wenn sie das Geld nicht erhalten, können sie’s ja auch nicht weiterleiten.
Ich will damit nicht ihre Unfähigkeit schönreden, aber in diesem Fall sind sie nicht schuld.

berthu
berthu
Universalgelehrter
26 Tage 19 h

In vielen Fällen kann das INPS nichts dafür: der Staat bestimmt Aktionen, die nicht planbar waren. Wunder sind dann keine zu erwarten. Eingangszahlungen verschoben…Ausgangszahlungen ebenfalls…

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