Städtetourismus mit Kultur als Zugpferd

Liste Rösch/Grüne plant Neustart nach Corona

Mittwoch, 19. Mai 2021 | 12:15 Uhr

Meran – Die Liste Rösch/Grüne präsentierte heute bei einer Pressekonferenz den zweiten Teil ihres Programms für den Neustart zu den Themen Wirtschaft, Kultur und Sport. Mit dabei waren die Listenspitze und die Kandidaten Claudia Bellasi, Florian Mayr, Norbert Spornberger und Gianluca Zampedri.

„Mit diesem Post-Corona-Programm legen wir einen Fahrplan vor, wie wir uns den Neustart speziell in den zwölf Monaten nach der Wahl vorstellen“, sagte Listenführerin Madeleine Rohrer. „Im ersten Teil ging es darum, wie wir jene, die unserer Hilfe bedürfen, als Gemeinschaft auffangen können. Zum Neustart brauchen auch die Wirtschaft, die Kultur und der Sport Unterstützung und die richtigen Impulse. Wie wir leben und arbeiten bestimmt wesentlich unsere Lebensqualität.“

„Wir stehen für ein buntes, vielfältiges Meran und eine Stadt, in der Ökonomie und Ökologie zusammengehen. Wir haben eine klare Vorstellung davon, wo Meran in 20 bis 30 Jahren stehen soll. Mit diesem Ziel vor Augen können wir auch in der Krise positiv in die Zukunft schauen: weil wir wissen, wo wir hinwollen und welchen Weg wir dafür einschlagen müssen“, sagte Bürgermeisterkandidat Paul Rösch.

Wirtschaftsförderung mit Blick auf das Gemeinwohl

„Um die Wirtschaft anzukurbeln und den Neustart zu unterstützen, muss auch die Gemeinde investieren – aber nicht mit der Gießkanne, sondern gezielt in Projekte, die eine nachhaltige und erfolgreiche Zukunft ermöglichen. Dazu zählt etwa der Ausbau des Breitband-Internets ebenso wie Investitionen in den Klimaschutz“, sagte Norbert Spornberger, langjährige Führungskraft beim Raiffeisen Versicherungsdienst.

„Der Klimaplan der Gemeinde sieht zum Beispiel in den kommenden Jahren Investitionen von 20 Millionen Euro in Photovoltaik-Anlagen vor. Damit unterstützen wir die Unternehmen, schonen langfristig die öffentlichen Kassen und schützen gleichzeitig das Klima“, so Spornberger.

„In der Krise haben wir gesehen, wie wichtig regionale Kreisläufe und die lokale Versorgung sind. Die Gemeinde muss alle ihre Spielräume bei der Förderung nutzen, indem sie Ausschreibungen entsprechend formuliert und innovative Ideen lokaler Betriebe fördert, z. B. Online-Marketing oder den Versand per Cargo-Bike“, so der Malermeister Florian Mayr. „Wie unbürokratisch und hilfreich Digitalisierung gehen kann, haben wir ebenfalls gesehen. Und wenn Handwerksbetriebe und Lieferanten beispielswiese ihre Parkplätze in Ladezonen einfach online reservieren könnten, wäre das eine große Erleichterung.“

EU-Gelder für die Zukunft

„Die letzte Stadtregierung hat ganze fünf EU-geförderte Projekte nach Meran gebracht. Diese Projekte bringen nicht nur Fördermittel und Arbeitsplätze, sondern auch innovative Ideen und Know How. Deshalb wollen wir eine eigene Stelle in der Gemeinde schaffen, die sich nur darum kümmert, EU-Projekte zu entwickeln und voranzutreiben. Das ist eine Investition in die Zukunft, die sich in jedem Fall auszahlt“, sagte Rohrer.

Vor allem im Mobilitätsbereich hat sich Meran zum Vorreiter entwickelt, einen selbstfahrenden Bus getestet, ein Bike-Sharing-System aufgebaut und bald einen eigenen Ruf-Bus. „Eine mobile und gut vernetzte Stadt, in der nicht Stau und schlechte Luft herrschen, ist auch wirtschaftlich und touristisch attraktiv. Deshalb wollen wir in die entsprechende Infrastruktur investieren: in noch mehr Fahrradabstellplätze und eine Fahrradgarage am Kornplatz beispielsweise und in den Ausbau des erfolgreichen Ebike2Work-Programms“, so die ehemalige Mobilitätsstadträtin Rohrer.

Städtetourismus mit Kultur als Zugpferd

„Wir wollen so schnell wie möglich einen gemeindeübergreifenden Tourismusplan für das Burggrafenamt auf den Weg bringen, damit der Neustart nicht geradewegs zum nächsten Problem führt“, sagte Rösch. „Mit vorausschauender Planung und klaren Grenzen ist der Tourismus für unsere Stadt wirtschaftlich und intellektuell eine Bereicherung, keine Belastung.“

Für die Zukunft des Tourismus spiele auch das reichhaltige Meraner Kulturprogramm eine wichtige Rolle. „Wir sind eine Kulturstadt – und diese Stärke müssen wir konsequent fördern. Qualitativ hochwertige Veranstaltungen fördern die lokale Kulturszene und ziehen ein internationales Publikum an“, so Rösch.

Veranstalter und Vereine fördern

„Jeder Euro, den wir in die Kultur investieren, macht das Freizeitangebot in unserer Stadt reichhaltiger – und gleichzeitig schafft er Arbeitsplätze in der Kulturbranche und darüber hinaus: von der Bühnenbildnerin bis zum Tischler, vom Floristen bis zum Catering-Betrieb“, so der ehemalige Vizebürgermeister Andrea Rossi.

„Das wichtigste für die meisten Vereine ist Planbarkeit. Wir haben uns in der letzten Amtsperiode sehr dafür eingesetzt, die Beitragsvergabe transparent zu gestalten und vor allem allen Vereinen schon am Beginn des Jahres ihre Beiträge zuzuteilen und nicht erst mit dem Nachtragshaushalt“, so Rossi. „Wir wollen noch weiter gehen und mit etablierten Vereinen und Veranstaltern mehrjährige Konventionen abschließen, damit sie eine größere Sicherheit haben.“

Kultur unterstützen

„Die Anregungen und Reflexionsräume, die Kulturveranstaltungen uns eröffnen, bereichern uns als Menschen und als Gesellschaft. Damit niemand davon ausgeschlossen wird, wollen wir unter dem Titel ‚Kultur ist wieder im Kommen’ den Vereinen zusätzliche Beiträge dafür gewähren, dass sie den Meranern, die sich das sonst derzeit nicht leisten könnten, kostenlose Tickets zur Verfügung stellen“, sagte Kulturarbeiterin Claudia Bellasi, die im vergangenen Herbst für die Liste Rösch/Grüne in den Gemeinderat gewählt wurde. „Damit unterstützen wir indirekt die Vereine und Veranstalter und bringen das Publikum zurück, auf das sie so lange verzichten mussten“, so Bellasi.

„Als wichtiger, für alle zugänglicher Kulturraum dient auch die Stadtbibliothek. Sie braucht einen neuen, größeren Sitz mit zeitgemäßer Ausstattung. Eine Möglichkeit ist das alte Gerichtsgebäude am Kornplatz“, unterstrich Bellasi.

Eine sportliche Stadt

„Im Lockdown haben viele von uns gemerkt, wie wichtig regelmäßiger Sport ist: Er schafft einen Ausgleich, soziale Kontakte und fördert die körperliche und psychische Gesundheit“, sagte der Lehrer und Basketballtrainer Gianluca Zampedri.

„Wir haben zum Glück viele hervorragend funktionierende Sportvereine in Meran. Außerdem haben wir auch eine lange Sporttradition im Jugendbereich, mit vielen Personen, die sich mit großer Leidenschaft und Enthusiasmus den Kindern und Jugendlichen widmen: im Bewusstsein, wie wichtig der Sport in diesem Alter ist, auch beim Kontakt mit Athleten und Familien aus aller Welt“, sagte Zampedri.

„Am wichtigsten sind und bleiben jedoch attraktive Sportstätten – ob man sie im Verein nutzt oder ohne. Dazu zählen die großen wie die Turnhallen oder das Lido, dessen Erweiterung wir bis nächsten Sommer abschließen wollen, aber auch kleinere: Bolzplätze, Freeletics-Geräte in den Parks oder Beachvolleyballfelder, die auch in den Stadtvierteln zu finden sind und für den Sport begeistern.“

Von: luk

Bezirk: Burggrafenamt

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