Hatami bereitet iranische Armee auf US-Angriffe vor

Mehrere Explosionen im Iran nach Drohungen Trumps

Samstag, 31. Januar 2026 | 15:09 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Inmitten wachsender Kriegssorgen haben sich am Samstag im Iran mehrere Explosionen ereignet. Der Katastrophenschutz der Provinz Hormuzgan meldete laut Nachrichtenagentur Tasnim ein Todesopfer und 14 Verletzte in der Hafenmetropole Bandar Abbas am Persischen Golf. Berichte, wonach der Marinechef der Revolutionsgarden getötet worden sei, dementierte die paramilitärische Formation. Auch nahe der Hauptstadt Teheran kam es laut Augenzeugen zu mindestens einer Detonation.

Das iranische Online-Portal “Nur News” berichtete zudem unter Berufung auf den Feuerwehrchef der Stadt Ahvaz im Südwesten des Landes, dass sich dort eine Gasexplosion ereignet habe. Den Angaben nach gab es vier Tote. Die Nachrichtenagentur Tasnim, die Revolutionsgarden nahesteht, dementierte Gerüchte, wonach die Explosion in Bandar Abbas ein Anschlagsversuch auf den Kommandanten der IRGC-Marine, Aliresa Tangsiri, gewesen sei. Betroffen sei ein Wohngebäude.

Armeechef warnt USA vor “Fehler”

Armeechef Amir Hatami hatte zuvor erklärt, die iranischen Streitkräfte seien “in voller Verteidigungs- und Kampfbereitschaft”. “Wenn der Feind einen Fehler macht, wird dies zweifellos seine eigene Sicherheit, die Sicherheit der Region und die Sicherheit des zionistischen Regimes gefährden”, warnte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna vom Samstag.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich durch neue Drohungen von US-Präsident Donald Trump verschärft. Trump drohte am Freitag mit neuen US-Militärangriffen gegen das Land, falls sich Teheran einem neuen Abkommen zu seinem Atomprogramm verweigere. Er verwies zudem auf US-Kriegsschiffe, die er in Richtung Iran geschickt habe.

US-Armee sieht Eskalationsrisiko

Das US-Militär warnte die Iranischen Revolutionsgarden vor dem Beginn eines geplanten Manövers in der Straße von Hormuz vor riskantem Verhalten. Das US-Militär werde keine “unsicheren” Manöver wie zum Beispiel Flüge über US-Kriegsschiffe oder Stützpunkte in niedriger Höhe tolerieren. Das gelte auch für das Annähern iranischer Schnellboote auf Kollisionskurs mit US-Schiffen, erklärte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (CENTCOM).

“Jegliches unsicheres und unprofessionelles Verhalten in der Nähe von US-Truppen, regionalen Partnern oder kommerziellen Schiffen erhöht das Risiko einer Kollision, Eskalation und Destabilisierung”, erklärte das US-Militär weiter. Irans Einheiten hätten das Recht, in internationalen Gewässern und im internationalen Luftraum zu operieren. Das amerikanische Militär halte sich an die höchsten professionellen Standards und internationales Recht, dazu seien auch die Revolutionsgarden verpflichtet, mahnte CENTCOM.

Das ab Sonntag geplante Manöver der Iraner, bei dem mit scharfer Munition geschossen werden solle, dürfe die Freiheit der Schifffahrt und die internationale Handelsschifffahrt in der wichtigen Meeresenge nicht beeinträchtigen, forderte das US-Militär. Die Straße von Hormus – eine rund 55 Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman – gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport.

Trump droht dem Iran mit einem US-Militäreinsatz

Das geplante Manöver findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Lage mit Blick auf den Iran bereits sehr angespannt ist. Die US-Streitkräfte haben ihre Präsenz in der Region seit Anfang Jänner deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger “USS Abraham Lincoln” und dessen Begleitschiffen.

Der iranische Außenminister Abbas Araqchi hatte am Freitag erklärt, sein Land sei sowohl für Verhandlungen als auch für einen Krieg bereit. Er wies zentrale Forderungen Trumps zurück. Verteidigungsstrategien und Raketensysteme würden niemals Gegenstand von Verhandlungen sein, erklärte Araqchi. Der Iran werde seine Fähigkeiten bewahren und notfalls sogar ausbauen. Er warnte die USA, dass ein militärischer Konflikt diesmal über einen bilateralen Krieg hinausgehen könnte. Im Juni vergangenen Jahres hatte das US-Militär im Iran – flankierend zu israelischen Angriffen – Atomanlagen bombardiert.

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