Russische Drohne traf Bahnhof von Dnipro (Symbolbild)

Mindestens 13 Tote bei Angriff auf ukrainischen Bahnhof

Donnerstag, 29. Oktober 2026 | 11:34 Uhr

Von: importer

Bei einem russischen Drohnenangriff auf den Bahnhof von Dnipro in der Ukraine sind am Donnerstag laut Behördenangaben mindestens 13 Menschen getötet worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte indes mit, in der Nacht auf Donnerstag 1.214 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten abgewehrt zu haben. Die seit Dienstag geltende Waffenruhe in der von russischen Truppen besetzten Frontstadt Oleschky im südukrainischen Gebiet Cherson hält unterdessen weiter.

Mindestens fünf Personen seien bei dem Angriff auf den Bahnhof von Dnipro verletzt worden, erklärte der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Handscha, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Nach Angaben der staatlichen Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja schlug die Drohne auf einem Bahnsteig ein, an dem ein Regionalzug in die südukrainische Stadt Saporischschja abfahren sollte.

“Trotz einer Warnung vor erhöhter Gefahr befanden sich Menschen auf dem Bahnsteig”, teilt das Unternehmen mit. Bürgermeister Borys Filatow schreibt auf Telegram: “Viele Menschen wurden getötet. Viele wurden verletzt.”

Ukraine griff Russland mit mehr als 1.200 Drohnen an

Die Ukraine führte unterdessen im Zuge ihres Abwehrkampfes nach russischen Angaben einen der bisher größten Gegenangriffe aus. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Donnerstag in der Früh mit, 1.214 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten abgewehrt zu haben. Die seit Dienstag geltende Waffenruhe in der von russischen Truppen besetzten Frontstadt Oleschky im südukrainischen Gebiet Cherson hält unterdessen weiter.

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von 613 Drohnen, die in Richtung der Hauptstadtregion geflogen seien. Der größte Teil von ihnen sei abgeschossen worden, 231 davon beim Anflug auf Moskau. An drei der vier Hauptstadtflughäfen gab es in der Nacht auf Donnerstag Einschränkungen.

In Sterlitamak im Uralgebiet in der russischen Teilrepublik Baschkortostan wurden nach Behördenangaben acht Drohnen abgewehrt. Trümmer seien auf das Gelände eines nicht näher genannten Unternehmens gestürzt, es gebe leichte Schäden. Die Stadt war schon in der Vergangenheit mehrfach Ziel ukrainischer Gegenangriffe.

Waffenruhe in Oleschky hält weiter

Die seit Dienstag geltende Waffenruhe in der von russischen Truppen besetzten Frontstadt Oleschky im südukrainischen Gebiet Cherson hält unterdessen weiter. In der Stadt liefen für die Schaffung eines sichereren Hilfskorridors die Arbeiten zur Beseitigung und Entschärfung von Minen erfolgreich, wie der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez und seine russische Kollegin Jana Lantratowa zeitgleich mitteilten. “Parallel dazu stellen wir bereits die humanitäre Hilfslieferung zusammen, die wir morgen nach Oleschky bringen wollen”, sagte Lubinez, der auch selbst dort sein wird. Demnach stimmen sich die Vertreter beider Kriegsparteien eng ab.

“Die Waffenruhe hält schon 54 Stunden. Beide Seiten erfüllen ihre Verpflichtungen”, sagte Lantratowa. Es gebe keine Verstöße. Die Menschen aus Oleschky sollen an diesem Samstag über einen humanitären Hilfskorridor die Stadt verlassen können. Die in die Ukraine ausreisenden Bewohner sollen in die russische Schwarzmeer-Stadt Anapa gebracht und von dort nach Gomel in Belarus ausgeflogen werden, von wo aus sie weiter in die Ukraine reisen können.

Größte gemeinsame Aktion seit Kriegsbeginn

Wer in der seit Monaten abgeriegelten und völlig unterversorgten Stadt bleiben will, soll Lebensmittellieferungen und Medikamente erhalten. Lubinez und Lantratowa dankten erneut US-First-Lady Melania Trump, die die Waffenruhe vermittelt hatte. Auch Papst Leo XIV. hatte sich bei Telefonaten mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für die humanitäre Feuerpause eingesetzt.

In Oleschky leben nach Schätzungen noch etwa 1.500 bis 2.000 Menschen, darunter Dutzende Kinder. Vor dem Krieg waren es 24.000 Bewohner.

Es handelt sich um die größte gemeinsame Aktion von Ukrainern und Russen seit Kriegsbeginn im Februar 2022. Die Kriegsparteien hatten immer wieder Gefangenenaustausche umgesetzt und auch die Leichen von gefallenen Soldaten übergeführt. Eine solche große gemeinsame Hilfsaktion für die Zivilbevölkerung mit einer mehrtägigen Waffenruhe hat es so bisher nicht gegeben. Die Waffenruhe ist bis Sonntagabend angesetzt.

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