Von: apa
Am Ostersonntag hat Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz in Rom den Segen “Urbi et Orbi” (“der Stadt und dem Erdkreis”) erteilt. Für den US-Amerikaner ist es das erste Osterfest als Oberhaupt der katholischen Kirche. Zehntausende Gläubige verfolgten die Zeremonie bei strahlendem Sonnenschein. Leos Vorgänger, der argentinische Papst Franziskus, war am Ostermontag vergangenen Jahres im Alter von 88 Jahren gestorben.
Der Pontifex rief die Gläubigen auf, sich nicht an die Gewalt zu gewöhnen und gegenüber dem Tod Tausender Menschen nicht gleichgültig gegenüber den Folgen von Hass und Spaltung zu sein, welche schwere Konflikte nach sich ziehen. Zugleich warnte er vor Gleichgültigkeit gegenüber den wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die die Kriege verursachen. Ausdrücklich wies der Papst auf die Gefahr einer “Globalisierung der Gleichgültigkeit” hin. “Wie viel Todeswillen sehen wir jeden Tag in den vielen Konflikten in den verschiedenen Teilen der Welt”, so der erste Pontifex aus den Vereinigten Staaten, der seit Mai Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken ist.
Papst lädt zu Gebetsvigil für den Frieden am kommenden Samstag ein
“Wir alle fürchten uns vor dem Tod, und aus Angst wenden wir uns ab; wir ziehen es vor, nicht hinzuschauen. Wir dürfen nicht länger gleichgültig bleiben! Und wir dürfen uns nicht mit dem Bösen abfinden”, erklärte der 70-jährige Papst. Er lud die Gläubigen ein, gemeinsam mit ihm an der Gebetswache für den Frieden teilzunehmen, die am kommenden Samstag (11. April) auf dem Petersplatz gefeiert wird. .
Der polyglotte Papst griff auch eine Tradition einiger seiner Vorgänger, darunter Johannes Paul II., wieder auf und wünschte den Gläubigen frohe Ostern in zehn verschiedenen Sprachen, darunter Deutsch, Polnisch, Arabisch und Chinesisch. Auch auf Latein wünschte der Papst den Gläubigen ein frohes Osterfest. Die Tradition, in verschiedenen Sprachen Osterglückwünsche an die Gläubigen zu richten, war von Papst Franziskus unterbrochen worden.
Pontifex rief Gläubige zu Mut auf
Der Pontifex rief in seiner Osterhomilie die Gläubigen dazu auf, den Mut nicht zu verlieren. “Es stimmt, dass es oft so scheint, als gäbe es keinen Gott: Wir sehen Ungerechtigkeit, Bosheit, Gleichgültigkeit und Grausamkeit, die nicht abnehmen. Aber ebenso sicher ist, dass mitten in der Dunkelheit immer etwas Neues zu wachsen beginnt, das früher oder später Frucht bringt, denn Ostern schenkt uns diese Hoffnung und erinnert uns daran, dass in Christus, dem Auferstandenen, jeden Tag eine neue Schöpfung möglich ist”.
Ostern sei “ein neuer Anfang, das Leben, das durch den Sieg Gottes über den alten Widersacher ewig geworden ist.”, schloss der Papst. Bereits in der Osternacht am Vorabend hatte Leo XIV. die Christen dazu aufgerufen, allen die frohe Botschaft zu bringen, dass Jesus auferstanden ist. Mit seiner Kraft könnten sie eine neue Welt des Friedens und der Einheit gestalten.
Leo XIV. hatte sich in den vergangenen Tagen traditioneller gezeigt als sein Vorgänger. In Erinnerung an das letzte Abendmahl wusch Leo am Gründonnerstag in der Lateranbasilika von Rom zwölf Priestern die Füße, während Franziskus aus diesem Anlass zum Zeichen der Demut während seines Pontifikats ins Gefängnis gegangen war. Bei der Karfreitagsprozession in Rom trug Leo im Unterschied zu seinem Vorgänger selbst das Kreuz.




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