Bulgariens Präsidentin Jotowa gilt als Favoritin bei der Wahl

Präsidentschaftswahl in Bulgarien begonnen

Sonntag, 25. Oktober 2026 | 08:32 Uhr

Von: importer

Das südöstliche EU- und NATO-Land Bulgarien wählt am heutigen Sonntag ein neues Staatsoberhaupt. Die Wahllokale sind seit 6.00 Uhr MEZ (7.00 Uhr Ortszeit) und bis 19.00 Uhr MEZ (20.00 Uhr Ortszeit) geöffnet. Im Anschluss werden Prognosen aufgrund von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe veröffentlicht. Mit offiziellen Ergebnissen ist bis zu 48 Stunden nach Wahlschluss zu rechnen. Rund 6,5 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen.

Umfragen sehen Präsidentin Ilijana Jotowa, die erst seit Ende Jänner das höchste Staatsamt bekleidet, mit mehr als 40 Prozent der Stimmen klar vorn. Jotowa wird von Andrej Gjurow, dem Kandidaten von konsequent prowestlichen Oppositionsparteien, herausgefordert. Gjurow dürfte laut Umfragen gut 28 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen.

Die frühere sozialistische EU-Abgeordnete Jotowa wird von der allein regierenden Mitte-Links-Partei Progressives Bulgarien (PB) von Ministerpräsident Rumen Radew unterstützt. Er war im Jänner vom Präsidentenamt zurückgetreten, um an einer vorgezogenen Parlamentswahl teilzunehmen. Der Bewerber der prorussischen und nationalistischen Wasraschdane (Wiedergeburt), Kosradin Kostadinow, dürfte mit erwarteten rund 12 Prozent auf Platz drei landen.

Wahl vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs

Der Ukrainekrieg tobt nur wenige Hundert Kilometer von Bulgarien entfernt. Vor der bulgarischen Schwarzmeerküste waren im Oktober vier Handelsschiffe mutmaßlich von Drohnen getroffen worden. Zudem wurden nahe der Hauptstadt Sofia Antennen des Satelliteninternetdienstes Starlink in Brand gesetzt, dessen Netz wichtiger Bestandteil der ukrainischen Verteidigung im russischen Angriffskrieg ist.

Stichwahl gilt als sicher

Bei der Wahl bewerben sich 27 Kandidatinnen und Kandidaten um das höchste Staatsamt. Linke und rechte Herausforderer von Jotowa setzen auf regierungskritische Akzente, auch in Bezug zum Ukrainekrieg.

Sollte im ersten Wahlgang keine Kandidatin oder kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, ist für den 1. November eine Stichwahl geplant. Meinungsforscher sehen dann eine Stichwahl zwischen Jotowa und Gjurow als sicher.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen