Am Abend fand der sehr festliche "Landesübliche Empfang" statt

Staatsoberhäupter-Treffen zwischen Natur und Tradition

Dienstag, 01. September 2026 | 20:51 Uhr

Von: importer

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und weitere Staatsoberhäupter aus fünf deutschsprachigen Ländern sind am Dienstag zu ihrem traditionellen jährlichen Treffen zusammengekommen – diesmal in Tirol. Den Auftakt der zweitägigen Zusammenkunft bildete ein gemeinsames Arbeitsmittagessen am geschichtsträchtigen Innsbrucker Bergisel oberhalb der Stadt, eine Fahrt auf den Stubaier Gletscher sowie am Abend ein “Landesüblicher Empfang” samt Schützen vor der Innsbrucker Hofburg.

An dem Treffen unter dem Motto “Zusammenhalt in Europa” nahmen neben Van der Bellen auch Belgiens König Philippe, Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, Großherzog Guillaume von Luxemburg und der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin teil. Auch die Ehefrauen der teils royalen Staatsoberhäupter waren in der Heimat des Bundespräsidenten zugegen.

Unter großem Polizeiaufgebot samt Hubschrauber- und Drohneneinsatz versammelten sich die sechs Protagonisten mit ihren Partnerinnen zunächst gegen Mittag bei “Kaiserwetter” vor dem “Tirol Panorama” am Bergisel zum Fototermin. Das “Tirol Panorama” mit “Kaiserjägermuseum” ist vor allem für das Innsbrucker Riesenrundgemälde bekannt. Dieses zeigt die dritte Schlacht am Bergisel von 1809. Danach begaben sich die Ehrengäste zum Arbeitsmittagessen ins dortige Restaurant 1809. Abseits der Presse tauschten sich dort nicht nur die Staatsoberhäupter aus – auch die Gattinnen sollten zu Wort kommen, wie es im Vorfeld hieß. Pressestatement war, wie auch im weiteren Verlauf des Treffens, keines vorgesehen.

Auf den Bergisel folgte die Gletscherfahrt

Am frühen Nachmittag ging es dann in luftige Höhen: Die Staatsoberhäupter fuhren nämlich im Kollektiv auf den Stubaier Gletscher. Los ging es – wieder begleitet von großem Polizeiaufgebot – gegen 14.45 Uhr mit einem Bus, der vor dem Restaurant 1809 auf die Ehrengäste wartete und diese ins Stubaital kutschierte. Auch sowohl auf der Brennerautobahn (A13) als auch auf der Stubaitalstraße (B 183) war die Präsenz der Exekutive neben den Fahrbahnen entsprechend beträchtlich.

Nach der Busfahrt brachten zunächst Eisgratbahn und dann Schaufeljochbahn den hohen Besuch auf den Stubaier Gletscher, genauer gesagt auf die dortige Aussichtsplattform “Top of Tyrol” auf 3.210 Metern Seehöhe. Von der Bergstation waren nach den zwei Gondelfahrten nur noch ein paar Meter und einige Stiegen per pedes zu bewältigen, die zuerst Bundespräsident Van der Bellen und Ehefrau in Angriff nahmen. Als Zweite folgten der deutsche Bundespräsident Steinmeier samt Gattin Elke Büdenbender. Die weiteren Staatsgäste gingen nur mit knappem Abstand im Windschatten der beiden Bundespräsidenten.

Auf der Aussichtsplattform angekommen, stellten sich schließlich sämtliche Ehrengäste ausgiebig dem Blitzlichtgewitter der dort bereits wartenden Medienvertreter. Statement gab es keines, Steinmeier ließ sich aber zumindest zu einem “Hallo, guten Tag” hinreißen. Danach, nach dem gemeinsamen “Familienfoto”, waren die Medien eher Nebensache. Im Mittelpunkt standen vielmehr Landschaft, Berge und Gletscher. Gletscherforscherin Andrea Fischer erklärte den Staatsoberhäuptern jedenfalls gestenreich – und unter deren sichtlichem Interesse – was von der Aussichtsplattform alles in den Blick kam und beachtenswert war. Wenig später traten die sechs Staatsoberhäupter schließlich bereits die Rückfahrt ins Tal an.

“Landesüblicher Empfang” mit Schützen und Musikkapelle

Am Abend folgte dann eine ordentliche Portion Traditionelles bzw. Tirolerisches: Der “Landesübliche Empfang” für die Staatsgäste vor der Innsbrucker Hofburg – beobachtet von zahlreichen Schaulustigen und in sehr festlichem Ambiente. Aufgeboten wurde alles, was zu einem solchen “Landesüblichen Empfang” dazugehört: Schützenabordnungen, die Bundesmusikapelle Ellbögen sowie Abordnungen von Traditionsverbänden. Die Tiroler Landeshymne “Zu Mantua in Banden”, Bundes- und Europahymne wurden intoniert, die Formationen abgeschritten und die Schützen-Ehrensalve entgegengenommen. Und eines durfte auch nicht fehlen: Die “Schnapserl”-Ausgabe durch die Marketenderinnen an die Ehrengäste, darunter auch Van der Bellens Ehefrau Doris Schmidauer.

Empfangen hatten die Staatsoberhäupter-Paare Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) sowie Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA- Jetzt Innsbruck) mit Ehefrauen. Dem Festakt wohnten unter anderem auch die Tiroler Altlandeshauptmänner Günther Platter, Herwig van Staa, Wendelin Weingartner und Alois Partl (alle ÖVP), Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP), Trentinos Landeschef Maurizio Fugatti (Lega) sowie Innsbrucks Diözesanbischof Hermann Glettler bei.

Am Mittwoch werden sich die hohen Gäste dann ins Tiroler Unterland begeben und das derzeit laufende Europäische Forum Alpbach beehren. Im dortigen Congress Centrum ist eine Arbeitssitzung zum themenverwandten EFA-Jahresmotto “How Europe wins” vorgesehen. Schließlich wollen sich die Oberhäupter noch mit Stipendiatinnen und -Stipendiaten aus ihren jeweiligen Heimatländern austauschen. Das bisher letzte Treffen der deutschsprachigen Staatsoberhäupter hatte fast genau vor einem Jahr in Bad Ragaz im Kanton St. Gallen in der Schweiz stattgefunden. Im Jahr 2019 war man zuletzt in Österreich, nämlich in Linz.

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