Von: luk
Kaltern – Mit dem Start der Badesaison flammt auch die Diskussion um den freien Zugang zum Kalterer See erneut auf. Der Verbraucherschutzverein Robin kritisiert, dass große Teile des Seeufers weiterhin für die Öffentlichkeit gesperrt bleiben.
Nach Angaben des Vereins gebe es derzeit lediglich einen schmalen Steg als öffentlichen Zugang zum See. Das sei für Badende und Erholungssuchende „unwürdig“ und werde dem öffentlichen Charakter des Naturraums nicht gerecht. Mehr als 7.300 Menschen hätten inzwischen eine Petition für einen freien und „sanften“ Zugang zum See unterzeichnet.
Besonders scharf kritisiert Robin die Rolle der Südtiroler Landesregierung sowie der Gemeindeverwaltung von Kaltern. Obwohl sich mehrere Grundstücke am See im Eigentum des Landes befänden, seien diese weiterhin abgesperrt. Genannt werden unter anderem das ehemalige Militärareal am südlichen Ostufer sowie weitere Flächen im Norden des Sees.
Robin-Geschäftsführer Walther Andreaus wirft der Politik vor, öffentliche Grundstücke faktisch wie Privatbesitz zu behandeln. Der Verein ruft deshalb zu einem „zivilgesellschaftlichen Boykott“ der Zusammenarbeit mit Landesregierung und Gemeinde auf, um den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen. „Die Landesregierung stellt hier eindeutig Privat- und Sonderinteressen über das Allgemeininteresse. Wenn die Politik sich weigert zu handeln, müssen Bürgerinnen und Bürger den Druck erhöhen. Robin kann keine Sanktionen verhängen – aber ein zivilgesellschaftlicher Boykott der Zusammenarbeit mit Landesregierung und Gemeindeverwaltung Kaltern kann ein deutliches Signal sein, dass diese Haltung nicht länger akzeptiert wird.“
Auch juristisch setzt der Verein den Streit fort. Nachdem das Verwaltungsgericht in Bozen eine Klage aus formalen Gründen abgewiesen hatte, geht der Fall nun vor den Staatsrat nach Rom. Die erste Verhandlung ist für den 17. September angesetzt.
Robin fordert weiterhin die sofortige Öffnung der landeseigenen Flächen und einen kostenlosen Zugang zum Kalterer See für die Allgemeinheit. Der See sei ein öffentliches Gut und dürfe nicht Schritt für Schritt der Bevölkerung entzogen werden, so der Verein.




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