Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Wer junge Menschen ernst nimmt, muss ihnen Mitbestimmung, leistbaren Wohnraum und echte Zukunftschancen bieten. Das schreibt das Team K in einer Aussendung.
Die Schülerproteste seien mehr als eine Momentaufnahme. “Die Forderungen sind mehr als berechtigt, und die durch nichts zu rechtfertigenden Ausschreitungen radikaler Splittergruppen in manchen Städten sollten davon nicht ablenken: besserer Zugang zum Studium, bezahlbare Mieten, auch in den WGs und dringend nötige Investitionen in die veraltete Bildungs-Infrastrukturen, statt Milliarden für Rüstung auszugeben, das sind berechtigte Forderungen. Die Politik täte gut daran, diese Forderungen nicht nur zu hören, sondern endlich auch umzusetzen”, so das Team K.
„Die Diskussionen, die in Südtirol einmal mehr durch den sogenannten Bildungsdialog befeuert wurden, dürfen sich nicht auf Stundenpläne und Organisationsfragen beschränken. Es geht auch um die Qualität des Unterrichts, zeitgemäße Bildungsinhalte und Lernmethoden, politische Bildung, demokratische Mitbestimmung, Schulentwicklung, sowie soziale und emotionale Kompetenzen. Schule muss junge Menschen auf das Leben vorbereiten, nicht nur auf Prüfungen. Sie muss aber auch wieder ins Agieren und nicht nur ins Reagieren kommen, vor allem bei Themen wie Inklusion und Integration“, betont Alex Ploner.
Das Team K habe in den vergangenen Jahren immer wieder konkrete Vorschläge eingebracht, um die Situation junger Menschen zu verbessern: von der Verbesserung des Sprachunterrichts, der Einführung der anerkannten Europäischen Schule und eines Ganztagsmodells, über die Institutionalisierung eines Jugendlandtags bis hin zu neuen Wohnmodellen wie Co-Housing für Studierende und junge Berufstätige. “Viele dieser Vorschläge wurden von der politischen Mehrheit abgelehnt oder nur zögerlich umgesetzt.”
“Für das Team K endet die Verantwortung der Politik jedoch nicht am Schultor. Wer nach Ausbildung oder Studium in Südtirol bleiben soll, braucht bezahlbaren Wohnraum, faire Löhne und attraktive Berufsperspektiven”, heißt es weiter.
“Wir verlieren viele junge Menschen, weil die Rahmenbedingungen in Südtirol nicht mehr stimmen. In erster Linie, weil es keinen bezahlbaren Wohnraum gibt. Das macht Südtirol als Arbeitgeberland unattraktiv, für Studenten wie Facharbeiter, für junge Menschen vor Ort wie für Südtiroler im Ausland, die gerne zurückkehren würden. Hier duckt die SVP schon viel zu lange vor der großen Immobilienbesitzern, statt endlich ein massives öffentliches Wohnbauprogramm zu starten. Der Preis, den wir dafür zahlen werden, wird leider enorm sein, denn eine Gesellschaft, die ihre Jugend verliert, verliert ihre Zukunft”, erklärt Paul Köllensperger.
Das Team K fordert daher mehr Mut zu Reformen und eine Politik, die junge Menschen nicht nur verwaltet, sondern sie aktiv in Entscheidungen einbindet, heißt es weiter. Denn eines sei klar: “Südtirol wird junge Menschen nicht mit Sonntagsreden halten können, sondern nur mit konkreten Perspektiven.”




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