Von: luk
Bozen – Anlässlich des Internationalen Tags der Genossenschaften am 4. Juli rücken das Land Südtirol und der Raiffeisenverband die Bedeutung dieser Unternehmensform in den Mittelpunkt. Genossenschaften seien ein tragender Pfeiler für Wirtschaft, Nahversorgung und sozialen Zusammenhalt und würden in vielen Bereichen des täglichen Lebens eine wichtige, oft wenig beachtete Rolle spielen.
“Unsichtbar, aber unverzichtbar”
Nach Angaben des Landes sind derzeit 811 Genossenschaften im Landesregister eingetragen, davon 789 aktiv. Die größte Gruppe bilden Produktions- und Arbeitsgenossenschaften, daneben gibt es unter anderem Sozial-, Landwirtschafts- und Kreditgenossenschaften. Sie sichern Arbeitsplätze, stärken regionale Wirtschaftskreisläufe und gelten aufgrund ihrer breiten Aufstellung als besonders krisenfest.
Vor allem im Sozialbereich komme den Genossenschaften eine wichtige Aufgabe zu. Insgesamt 233 Sozialgenossenschaften sind in Südtirol tätig, 71 davon mit dem Schwerpunkt Arbeitsintegration benachteiligter Menschen. Landesrätin Rosmarie Pamer betont, dass Genossenschaften wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung verbinden und damit einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.
Auch das Amt für Genossenschaftswesen verweist auf die Bedeutung dieser Organisationsform. Amtsdirektorin Manuela Paulmichl erklärt, Ziel sei es, Genossenschaften nicht nur zu kontrollieren, sondern sie auch aktiv zu fördern und als verlässlicher Partner zu begleiten.
“Ohne Genossenschaften wäre unsere Welt ärmer”
Der Raiffeisenverband Südtirol hebt ebenfalls die Rolle der Genossenschaften hervor. Unter dem diesjährigen Motto „Genossenschaften für eine friedliche Welt“ erinnere der internationale Aktionstag daran, wie gemeinschaftliches Wirtschaften Regionen stärken und Herausforderungen gemeinsam bewältigen könne. Dem Verband gehören 367 Genossenschaften und Körperschaften mit rund 200.000 Einzelmitgliedern an.
Als Beispiele nennt der Raiffeisenverband Konsumgenossenschaften, die in ländlichen Gebieten Nahversorgung und Begegnungsräume sichern, sowie landwirtschaftliche Genossenschaften, die Vermarktung und Vertrieb gemeinschaftlich organisieren. Auch Sozialgenossenschaften, Schülergenossenschaften, Energiegemeinschaften und Genossenschaftsbanken würden wichtige Beiträge für die regionale Entwicklung, die Energiewende und den sozialen Zusammenhalt leisten.
Nach Ansicht des Raiffeisenverbandes sind Genossenschaften deshalb weit mehr als eine Unternehmensform. Sie stünden für Solidarität, Eigenverantwortung und gemeinschaftliches Handeln und stärkten gleichermaßen Wirtschaft, Gesellschaft und Lebensqualität in den Regionen.




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