Ein Ziel der russischen Angriffe war auch Charkiw

Tote bei russischen Angriffen in der Ukraine

Dienstag, 09. Juni 2026 | 09:10 Uhr

Von: APA/AFP/dpa

Bei russischen Angriffen im Nordosten der Ukraine sind laut Behördenangaben vier Menschen getötet worden. Russland habe unter anderem die Stadt Tschuhujiw angegriffen, erklärte der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synehubow, am Dienstag im Onlinedienst Telegram. Dabei seien drei Frauen und ein Mann getötet worden. “Die Angriffe haben Brände ausgelöst und mindestens 18 Fahrzeuge beschädigt”, fügte er hinzu. Zudem seien mehrere Wohngebäude beschädigt worden.

In der Stadt Charkiw wurden Synehubow zufolge bei russischen Angriffen 15 Menschen verletzt. Moskau und Kiew hatten in den vergangenen Monaten die gegenseitigen Angriffe verstärkt. Bemühungen um eine Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Kriegs unter Vermittlung der USA stocken.

Kiew greift weiter Straße von Russland auf Krim an

Die ukrainische Armee attackierte unterdessen weiter eine wichtige Straßenverbindung auf die von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Die Brücke von Tschonhar sei die zweite Nacht in Folge durch Drohnenangriffe beschädigt worden, teilte der Chef der russischen Besatzungsverwaltung im Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, am Dienstag auf Telegram mit. Die Brücke sei für den Verkehr gesperrt. Saldo riet Autofahrern, auf die längere Straße über Perekop auszuweichen.

Die Angriffe auf die Brücke zählen zu einer seit Mai laufenden Operation der ukrainischen Seite, die für Russland militärisch bedeutende Krim abzuriegeln. Die russische Armee nutzt die Halbinsel für Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und zur Versorgung ihrer Einheiten in der Südukraine. Allerdings ist die Krim nur über drei Straßen erreichbar – die Strecken über Perekop und Tschonhar im Norden sowie über eine nach der Annexion neu gebaute Brücke von Kertsch im Osten.

Krim von Treibstoffnachschub abgeschnitten

Für Treibstofftransporte per Bahn oder Lastwagen ist die Brücke von Kertsch allerdings zu unsicher. Mehrere Fähren, die von Russland zur Krim kursierten, hat die Ukraine ausgeschaltet. Moskau hat entlang des Asowschen Meeres eine neue Straße zur Versorgung der Krim gebaut. Doch auch dort spüren ukrainische Drohnen mittlerer Reichweite Militär- und Treibstoff-Lkws auf und zerstören sie. Auf der 2014 annektierten Halbinsel, die für Russland zugleich ein wichtiges Feriengebiet ist, musste Treibstoff bereits rationiert worden.

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