Ukraine und Russland attackierten Energieinfrastruktur (Archivbild)

Trotz Trump-Ansage: Angriffe auf Energie-Infrastruktur

Dienstag, 15. September 2026 | 10:41 Uhr

Von: importer

Die Ukraine hat in der Nacht auf Dienstag mit Drohnen eine Industrieanlage in Russland angegriffen. Russland wiederum hat erneut Kiew mit Drohnen angegriffen und dabei wieder eine Tankstelle getroffen. Ein Mensch sei verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich unter Bedingungen zu einer von den USA vorgeschlagenen Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen bereit erklärt. Kiew werde einen solchen Schritt aber nur unterstützen, wenn die US-Regierung garantiere, dass Moskau den Krieg tatsächlich beenden wolle, sagte Selenskyj am Montag in seiner abendlichen Videobotschaft.

Selenskyj wies eine formelle Zustimmung zu dieser Darstellung zurück. Man habe bisher keinen echten Willen Russlands zu einem Kriegsende gesehen, erklärte er. Sollten die US-Partner jedoch eine ehrliche und langfristige Bereitschaft Moskaus sicherstellen, werde die Ukraine eigene Schritte zur Deeskalation unternehmen. Ein Abkommen müsse verlässlich sein und echte Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.

Keine Todesopfer

Todesopfer hat es bei dem Angriff auf die russische Industrieanlage nicht gegeben. Die Anlage sowie mehrere Wohngebäude in der Region Samara im Südosten des Landes seien beschädigt worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Laut ukrainischen Berichten handelte es sich bei der Industrieanlage um eine Ölraffinerie.

Die Ukraine attackierte in der Nacht zudem in der russischen Stadt Taganrog Lagerhallen des Internethändlers Ozon mit Raketen. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Rostow, Juri Sljussar, wurden keine Opfer gemeldet. Darüber hinaus seien Lagerhallen von Landwirtschaftsbetrieben und Wohngebäude sowie eine Bildungseinrichtung beschädigt worden.

Auch russische Angriffe auf die Ukraine

Kiews Bürgermeister Klitschko meldete in der Nacht auf der Plattform Telegram russische Drohnenangriffe auf die Stadt. Dabei sei eine Tankstelle getroffen worden. In einem anderen Bezirk sei ein Mensch verletzt worden. Bei einem russischen Drohnenangriff auf die südostukrainische Großstadt Saporischschja wurde ein Mensch getötet. Zudem fiel in Teilen der Stadt der Strom aus, wie der amtierende Gouverneur der gleichnamigen Region, Mychajlo Semykin, mitteilte. Semykin zufolge wurde bei dem Angriff eine Infrastruktureinrichtung beschädigt.

Das russische Verteidigungsministerium meldete am Dienstag zudem einen russischen Angriff auf zwei Schiffe im Schwarzen Meer. Ein Hafen in der Region von Odessa sei attackiert worden. Gebäude, Logistik- und Transport-Infrastruktur seien dabei beschädigt worden, ergänzte Regionalgouverneur Oleh Kiper.

In dem seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg hat Russland immer wieder ukrainische Energieanlagen beschossen. Dies hat zu massiven Schäden an den Strom- und Wärmenetzen geführt und sowohl die Industrie als auch den Alltag der Zivilbevölkerung stark beeinträchtigt. Das ukrainische Militär greift seinerseits seit Monaten russische Industrieanlagen an. Im Fokus steht dabei vor allem die Ölindustrie, die eine der wichtigsten Stützen der russischen Wirtschaft ist. Diese Angriffe haben in mehreren russischen Regionen zu erheblichen Engpässen bei Benzin geführt.

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