Von: APA/dpa/AFP/Reuters
Ein US-Waffenoffizier, dessen Kampfjet über dem Iran abgeschossen worden war, ist von US-Spezialkräften bei einem hochriskanten Kommandoeinsatz gerettet worden. “Wir haben ihn”, schrieb US-Präsident Donald Trump am Ostersonntag auf seiner Plattform Truth Social in Großbuchstaben. Der Soldat sei verletzt, befinde sich aber in Sicherheit. Teheran meldete indes die Abschüsse von jeweils zwei Flugzeugen und Hubschraubern der US-Armee, die an dem Rettungseinsatz beteiligt waren.
Die Abschüsse seien im Süden von Isfahan erfolgt, teilte das zentrale Einsatzkommando Khatam al-Anbiya am Sonntag mit. “Untersuchungen von Experten vor Ort haben ergeben, dass zwei militärische Transportflugzeuge vom Typ C-130 und zwei Black-Hawk-Hubschrauber der US-Armee von unseren Streitkräften zerstört wurden”, hieß es. Diese stünden “nun in Flammen”.
Iran bezeichnet US-Rettungsaktion als “gescheitert”.
Die US-Rettungsaktion bezeichnete das iranische Militär als “gescheitert”. Iranische Staatsmedien veröffentlichten Bilder von verkohlten Trümmerteilen in einem Wüstengebiet, auf den Aufnahmen war Rauch zu sehen. Die Angaben ließen sich zunächst unabhängig nicht überprüfen.
Iranischen Medien zufolge wurden bei der US-Rettungsaktion im Südwesten des Iran fünf Menschen getötet. Zunächst war unklar, ob es sich um Zivilisten oder iranische Militärangehörige handelte. Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor erklärt, sie hätten ein an dem US-Rettungseinsatz beteiligtes Flugzeug abgeschossen. Der Abschuss sei in der Region Isfahan erfolgt, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Revolutionsgarden.
Nach dem Abschuss des F-15-Kampfjets der US-Armee über dem Iran am Freitag hatten sich beide Seiten einen “Wettlauf auf Leben und Tod” – so ein US-Luftwaffenbeamter gegenüber der “New York Times” – bei der Suche des noch vermissten Besatzungsmitglieds geliefert. Der US-Soldat sei von “unseren Feinden gejagt worden”, sie seien ihm stündlich nähergekommen, schrieb Trump. US-Spezialkommandos seien zu seiner Rettung “tief in feindliches Gebiet” vorgerückt, schrieb die Zeitung. Laut Trump wurden sie von Dutzenden Kampfjets flankiert. Eines der beiden Besatzungsmitglieder des Flugzeugs hatten US-Spezialeinheiten bereits kurz nach dem Abschuss am Freitag gerettet. Auch dies bestätigte Trump nun offiziell.
“Heftige Feuergefechte” bei Rettungsaktion
Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es schließlich zu einem “heftigen Feuergefecht” kam. Am Ende konnten die US-Kommandos laut “New York Times” den verletzten Offizier begleitet von Hunderten Spezialeinsatzkräften bergen. Er sei “nie wirklich allein” gewesen, schrieb Trump. Die US-Militärführung habe seinen Standort in den Bergen “rund um die Uhr” überwacht. Es sei eine der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-Militärs in der Geschichte der USA gewesen, schrieb der Präsident weiter.
Rettungsflugzeuge flogen den Waffenoffizier nach Angaben der “New York Times” zur medizinischen Behandlung nach Kuwait. Es habe jedoch ein letztes Hindernis gegeben, das die Rettung des Mannes verzögert habe. Zwei Transportflugzeuge, die die Einsatzkommandos und den Waffenoffizier in Sicherheit bringen sollten, hätten im Iran festgesteckt, wurde ein US-Militärbeamter zitiert. Drei Ersatzflugzeuge seien eingesetzt worden, um die US-Soldaten zu bergen. Diese hätten die beiden zurückgelassenen Flugzeuge gesprengt, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fielen, hieß es.
Iran lobte Prämie für US-Soldaten aus
Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichtet, die für die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen. Iraner hätten ihre Smartphones gen Himmel gerichtet, um die Rettungsaktion zu verfolgen, berichtete das “Wall Street Journal”. Auf Videoaufnahmen sei zu sehen, wie Iraner in die Luft feuerten und versuchten, US-Hubschrauber abzuschießen, die den an der Rettungsaktion beteiligten Hubschraubern ähnelten, hieß es.
Hätte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hätte die Führung in Teheran dies nach Einschätzung von Experten als Druckmittel nutzen können. Wäre das Crew-Mitglied in Gefangenschaft geraten und wären Bilder davon veröffentlicht worden, hätte dies zudem die ohnehin schon kritische Haltung der amerikanischen Öffentlichkeit zum Krieg weiter negativ beeinflusst, hatte Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House, der BBC gesagt.
Trump behauptet erneut: Haben die Lufthoheit im Iran
Die US-Regierung und besonders Trump hatten in den vergangenen Wochen immer wieder suggeriert, dass US-Flugzeuge im iranischen Luftraum keine Angriffe mehr fürchten müssten. Die USA hätten die Lufthoheit erlangt. “Trump sagte, der Iran sei “vernichtet” worden. Dann wurde ein amerikanischer Kampfjet vom Typ F-15E abgeschossen”, schrieb der US-Fernsehsender NBC.
Nach der Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds der F-15E schrieb der US-Präsident, man werde niemals einen amerikanischen Soldaten zurücklassen. Dass der Rettungseinsatz durchgeführt werden konnte, ohne dass ein Amerikaner getötet oder verwundet wurde, beweise “einmal mehr, dass wir die überwältigende Lufthoheit über den iranischen Luftraum erlangt haben”.
Trump erneuert Drohung
Zuvor hatte Trump dem Iran erneut mit schweren Angriffen gedroht, sollte Teheran sich nicht seinem Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormuz beugen. “Die Zeit läuft davon – 48 Stunden, bevor die Hölle über sie hereinbricht”, schrieb er am Samstag auf Truth Social. Die Bedingungen seien erfüllt, wenn der Iran einem Abkommen zustimme oder die Straße von Hormuz öffne.
Trump hatte gedroht, Irans Kraftwerke zerstören zu lassen, sollte der Iran die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Meerenge nicht vollständig und “ohne Drohungen” für den Schiffsverkehr öffnen. Sein Ultimatum dafür verschob er vergangene Woche noch einmal. Bis zum 6. April (US-Ortszeit, Nacht zum 7. April mitteleuropäischer Zeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte er unter Verweis auf “sehr gute” Gespräche an.




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