Von: APA/AFP/dpa/Reuters
Die Waffenruhe im Krieg mit dem Iran hängt laut US-Präsident Donald Trump nur noch am seidenen Faden. Grund dafür sei der “dämliche Vorschlag” Teherans zur Beendigung des Krieges, sagte er in Washington. Aufgrund dessen sei die Waffenruhe “so schwach wie nie”. Trump sagte, der Iran habe sich zunächst bereit erklärt, dass die USA das angereicherte Uran außer Landes schafften. “Aber sie haben ihre Meinung geändert”. Dennoch sei eine diplomatische Lösung weiterhin möglich.
Als Antwort darauf warnte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf der iranischen Nachrichtenagentur Mehr zufolge die USA davor, erneut zu Aggressionen zu greifen, da die iranischen Streitkräfte voll und ganz für eine Antwort bereit seien.
Zuvor hatte der Iran Trumps Aussagen zurückgewiesen. Das Verhandlungsteam habe nicht zugestimmt, das hoch angereicherte Uran außer Landes zu schaffen. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Auch Berichte darüber, dass Iran einem Stopp der Urananreicherung für 15 Jahre zugestimmt hätte, seien laut Tasnim gelogen. Der Iran hatte nach eigenen Angaben in seiner Antwort auf einen Vorschlag der USA für eine Beendigung des Krieges ein Ende der Kämpfe in der gesamten Region und eine Freigabe seiner im Ausland eingefrorenen Vermögenswerte gefordert.
Trump: Antwort gefällt mir nicht
Teheran hatte seine Antwort auf den US-Vorschlag für ein Abkommen über eine Beendigung des Krieges nach Berichten iranischer Staatsmedien über den Vermittler Pakistan an Washington übermittelt. Trump wies die Antwort aber bereits “vollkommen inakzeptabel” zurück. “Sie gefällt mir nicht”, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.
Der US-Plan wurde von iranischen Staatsmedien wie eine Aufforderung zur Kapitulation Teherans aufgenommen. Dagegen betone der vom Iran vorgelegte Plan ein Ende des Kriegs an allen Fronten sowie die Notwendigkeit, dass die USA Kriegsreparationen zahlen müssten, kommentierte unter anderem der regierungstreue Sender Press TV. Eine Annahme des Vorschlags hätte die Unterwerfung unter die “überzogenen Forderungen” von Trump bedeutet, so der Sender.
Der Iran forderte laut Staatsmedien auch die volle Souveränität über die Straße von Hormuz. Keine Rolle spielte in der Antwort demnach der Streit über das iranische Atomprogramm.
Diplomatische Bemühungen stocken
In dem seit über zwei Monaten dauernden Krieg mit dem Iran waren die diplomatischen Bemühungen um ein Friedensabkommen zuletzt ins Stocken geraten. Eine zweite Runde direkter Verhandlungen in Pakistan ist trotz mehrerer Versuche bisher nicht zustande gekommen.
Wie das Portal “Axios” unter Berufung auf US-Beamte berichtet, will Trump noch heute das weitere Vorgehen besprechen. Neben Vizepräsident JD Vance sollen demnach auch der Sondergesandte Steve Witkoff, CIA-Chef John Ratcliffe, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Außenminister Marco Rubio und Generalstabschef Dan Caine an dem Treffen teilnehmen.
Umfrage: US-Bürger vermissen klare Ziele im Iran-Krieg
Zwei Drittel der US-Bürger werfen Trump einer Umfrage zufolge vor, die Ziele des Iran-Krieges nicht klar dargelegt zu haben. Dies geht aus einer am Montag abgeschlossenen Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters und des Instituts Ipsos hervor. Rund 63 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass die gestiegenen Energiekosten ihre Haushaltskasse belasten. Bei einer Umfrage Mitte März lag der Anteil noch bei 55 Prozent. Der Ende Februar mit US-israelischen Luftangriffen begonnene Konflikt hat die Benzinpreise in den USA um rund 50 Prozent in die Höhe getrieben.
Die Unzufriedenheit über die hohen Benzinpreise könnte für Trumps Republikaner bei den Kongresswahlen im November zum Problem werden. Der Erhebung zufolge machen 65 Prozent der Wähler sie für die Preissteigerungen verantwortlich, 27 Prozent geben den Demokraten die Schuld. Trumps Zustimmungswerte erholten sich laut der Umfrage zwar leicht auf 36 Prozent, nachdem sie Ende April mit 34 Prozent den tiefsten Stand seiner aktuellen Amtsperiode erreicht hatten. Sie liegen damit jedoch weiter unter den 47 Prozent, mit denen er im Jänner 2025 in seine zweite Amtszeit gestartet war.




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