Von: APA/dpa
Überschattet von Streit zwischen Warschau und Kiew beraten internationale Geber ab Donnerstag in Danzig über den Wiederaufbau der von Russland angegriffenen Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lässt sich in der Ostseestadt von Regierungschefin Julia Swyrydenko vertreten. Co-Gastgeber auf polnischer Seite ist Ministerpräsident Donald Tusk. Dafür reisen mehrere europäische Staats- und Regierungschefs an, darunter Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP).
Bei der bereits fünften Konferenz dieser Art ist Österreich somit erstmals auf Regierungschef-Ebene vertreten, teilte das Bundeskanzleramt der APA im Vorfeld mit. Zuvor hatten Außen- bzw. Wirtschaftsminister an dem Treffen teilgenommen. Stocker will auch eine Rede im Eröffnungssegment halten und mit Tusk und Swyrydenko bilateral zusammentreffen. Auch der deutsche Kanzler Friedrich Merz wird in der ehemaligen Hansestadt erwartet.
Die Weltbank schätzt die Wiederaufbaukosten für die Ukraine auf 588 Milliarden Dollar (516,15 Mrd. Euro) für die kommenden zehn Jahre. Österreich rechnet sich große Chancen für seine Unternehmen aus, war die Alpenrepublik doch vor dem Krieg der sechstgrößte Investor in der Ukraine. Etwa 1.000 Unternehmen sind laut dem Bundeskanzleramt dort aktiv, davon 200 mit eigener Niederlassung. 20 Vertreterinnen und Vertreter österreichischer Unternehmen nehmen an der Konferenz in Danzig teil.
200 Verträge zum Wiederaufbau der Ukraine erwartet
Tusk sprach vor der zweitägigen Konferenz in Danzig von 200 Verträgen im Milliardenwert für den Wiederaufbau. Der liberale Ministerpräsident bemüht sich, den Streit mit der Ukraine zu beruhigen, während der rechtskonservative Präsident Karol Nawrocki ihn verschärft hat: Er hat Selenskyj einen hohen polnischen Orden aberkannt.
Ausgelöst hat den seit Wochen schwelenden Streit aber Selenskyj. Er benannte eine Armee-Einheit nach ukrainischen Untergrundkämpfern im Zweiten Weltkrieg. Auf deren Konto gehen aber auch Massaker an Zehntausenden Polen und Juden auf dem Gebiet der heutigen Westukraine, und in Polen rief der Schritt Selenskyjs große Empörung hervor.




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