Von: importer
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen und im Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben am Sonntag vier Menschen getötet worden. In Gaza seien in Al-Suwayda zwei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein vierjähriges Kind, hieß es. Zudem habe es im Flüchtlingslager Nuseirat ein Todesopfer gegeben. Zuvor war aus dem besetzten Westjordanland nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Ramallah der Tod eines 14-Jährigen vermeldet worden.
Nach den Angriffen in Gaza seien mehrere Verletzte ins Krankenhaus gebracht worden, erklärte zudem der von der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas kontrollierte Zivilschutz, es seien drei Menschen getötet worden. Die israelische Armee teilte mit, sie habe bei einem der Angriffe “einen Terroristen ins Visier genommen”. Im Westjordanland verlautete aus dem Gesundheitsministerium, der Jugendliche sei im Flüchtlingsviertel Askar nahe der palästinensischen Stadt Nablus getötet worden. Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte auf Anfrage, man prüfe die Berichte.
Der palästinensische Rettungsdienst Roter Halbmond ließ wissen, eines seiner Teams habe einen von Soldaten im Brustbereich angeschossenen Jugendlichen in Askar versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort seien die Versuche, sein Leben zu retten, erfolglos geblieben.
Messerangriff auf Israeli im Westjordanland
Bei einer Messerattacke im südlichen Westjordanland wurde unterdessen ein junger Israeli verletzt. Videoaufnahmen zeigen, wie ein mutmaßlich palästinensischer Angreifer mehrfach von hinten auf ihn einstach. Die Armee teilte mit, Soldaten suchten nach dem flüchtigen Tatverdächtigen.
Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg noch einmal verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Westjordanland seitdem mehr als 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet.
Aber auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat stark zugenommen. Israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen Siedlergewalt vorzugehen, oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen. Seit ihrem Amtsantritt Ende 2022 hat die israelische Regierung über 100 neue Siedlungen im gesamten Westjordanland genehmigt, wie der Sender BBC am Freitag berichtete. Die Siedlungen sind nach Völkerrecht illegal und müssten laut dem Internationalen Gerichtshof so schnell wie möglich geräumt werden.
Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ostjerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern mehr als 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat. Israel lehnt dies ab.
Überfall der Hamas auf Israel im Oktober 2023
Die Hamas und ihre Verbündeten hatten am 7. Oktober 2023 Israel überfallen. Bei dem Angriff wurden mehr als 1.200 Menschen getötet und 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte mit massiven Angriffen auf den Gazastreifen, bei denen nach Hamas-Angaben seither mehr als 70.000 Menschen getötet wurden.
Trotz einer im Oktober vereinbarten Waffenruhe greift die israelische Armee weiterhin nahezu täglich Ziele im Gazastreifen an. Seit der Vereinbarung der Feuerpause wurden nach Angaben der Hamas-Behörden 1.286 Menschen im Gazastreifen getötet.




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