Russische Angriffe forderten in Kiew erneut Menschenleben

Vier Tote bei neuen russischen Attacken auf Kiew

Samstag, 08. August 2026 | 11:10 Uhr

Von: importer

Bei neuen russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens vier Menschen getötet worden. Bei einem Angriff im Vorort Bowary seien eine Großmutter, ein Großvater und ihr dreijähriger Enkel getötet worden, erklärte Selenskyj im Onlinedienst X. Die staatlichen Rettungsdienste veröffentlichten Fotos eines brennenden Gebäudes. Selenskyj zufolge wurden vier weitere Menschen ins Krankenhaus gebracht.

Ein weiterer Mensch wurde bei einem Angriff mit sechs ballistischen Raketen auf zivile Infrastruktur in Kiew getötet. Bei der nächtlichen Welle von Angriffen auf ukrainische Städte kamen neben ballistischen Raketen auch Drohnen und Gleitbomben zum Einsatz.

Erst vor wenigen Tagen waren bei einer Bahnstation in Browary acht Menschen durch russischen Raketenbeschuss getötet worden. Schon die Angriffswelle in der Nacht auf Mittwoch mit zahlreichen Toten in Kiew und Umgebung hatte die derzeitige Schutzlosigkeit der Ukraine gegenüber ballistischen Raketen der Invasoren einmal mehr offengelegt. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte die russische Armee Dutzende ballistische Raketen verschiedener Typen ein, von denen keine einzige abgefangen werden konnte.

Das russische Militär sprach nach dem nächtlichen Luftangriff auf Kiew von einem Schlag gegen den ukrainischen Rüstungshersteller Fire Point. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es sei eine Produktionsstätte getroffen worden, die Teile und Sprengköpfe für den ukrainischen Marschflugkörper FP-5 Flamingo herstelle. Außerdem sei ein Treibstofflager vernichtet worden, das die ukrainische Armee beliefere.

Ukraine fehlt Munition zur Raketenabwehr

Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland die Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew und andere Städte verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme.

Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Munition. Ein Grund dafür: Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die weltweiten Munitionsbestände zusätzlich verknappt. In Kiew wächst die Furcht, dass ungehinderte Raketenangriffe zum kommenden Winter die Infrastruktur des Landes erneut schwer schädigen und die Menschen in der Ukraine in noch größere Not bringen könnten.

Russland greift Waffentransporter im Schwarzen Meer an

Russland griff nach eigenen Angaben ein Frachtschiff im Schwarzen Meer mit einer Militärdrohne an. Das Schiff habe Waffen für die ukrainischen Streitkräfte transportiert, meldet die Nachrichtenagentur Interfax am Samstag unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. Der Angriff habe sich bereits am Freitag östlich von Odessa ereignet. Angaben zu möglichen Schäden wurden nicht gemacht. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt zunächst nicht vor.

Angriff auf Ölraffinerien

Die Ukraine hat nach Angaben ihres Generalstabs bei nächtlichen Angriffen die russischen Ölraffinerien in Ilski und Sysran attackiert. An beiden Standorten seien Brände ausgebrochen, hieß es am Samstag. Die Ukraine greift seit Monaten russische Ölanlagen an, um die Fähigkeit Moskaus zur Finanzierung des Krieges zu schwächen. Russischen Behördenangaben zufolge wurden beim Angriff auf die Raffinerie Ilski fünf Menschen verletzt.

Zudem werden Drohnenangriffe auf eine Industrieanlage in der russischen Region Samara gemeldet, wie der dortige Gouverneur mitteilt. Das Unternehmen wird nicht namentlich genannt. Das russische Verteidigungsministerium erklärt, die Luftabwehr habe in der Nacht 397 ukrainische Drohnen über mehreren Regionen zerstört. Die Angaben der beiden Kriegsparteien können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

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