Grüne warnen vor zukünftiger Entwicklung

Wenn Wasser fehlt, kostet das Geld

Mittwoch, 19. August 2026 | 09:47 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Die Grünen schlagen Alarm, denn: Das Wasser fehlt. Die Folgen seien schwerwiegend und ließen nur erahnen, was uns in Zukunft erwarte, wenn wir weiterhin wegschauen und der Klimakrise strategielos gegenüberstehen.

Laut Ispra verzeichnete Italien im Jahr 2025 einen Rückgang von sieben Prozent bei den Wasserreserven. Gleichzeitig wächst die Bodenversiegelung mit einem Plus von 15 Prozent seit 2023. „Was das eine mit dem anderen zu tun hat, sollten wir mittlerweile wissen. Mehr Bodenversiegelung heißt mehr wärmende Flächen, heißt weniger Wasser. Eine sehr einfache Gleichung“, erklärt Elide Mussner, Mitglied des Landesvorstandes der Verdi Grüne Vërc und Gemeinderätin in Abtei.

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Wenn man die Wasserkrise schon aus ökologischer Sicht nicht so ernst nehmen möchte, dann sollte man es bitte aus ökonomischer Sicht tun, finden die Grünen. Experten schätzen, dass der Wassermangel in den nächsten Jahren einen Rückgang der Produktivität zwischen fünf und sieben Prozent verursachen wird.

„Dieser Sommer hat gezeigt, wie schnell das gehen kann. Der Rhein, der als Handelsroute nicht mehr befahrbar ist, lässt die Transport- und Frachtkosten enorm steigen. In Rumänien musste das einzige Atomkraftwerk wegen Wassermangels abgeschaltet werden – mit einem Ausfall von 20 Prozent des Strombedarfs“, erklärt Mussner. Die italienische Landwirtschaft habe in den letzten zehn Jahren aufgrund des Wassermangels ein Minus von 7,8 Prozent an Produktivität erlitten. Experten schätzen, dass ohne Wasser 20 Prozent des italienischen BIPs verloren gehen werden.

Und in Südtirol? „Die Alpen leiden besonders unter der Klimakrise. Der Schneefall geht zurück, um die 20 bis 30 Tage weniger Schneefall im Jahr seit 2000. Übersetzt heißt das: Wir verlieren durch den Schneemangel rund 70 Prozent der Wasserproduktion. Die Dramatik dieser Daten muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen!“, sagt Mussner.

Große Teile des Südtiroler Tourismus hingen von der Skimonokultur ab – einer Branche, die schon lange ausschließlich auf künstlich produziertem Schnee aufgebaut sei. Wasser sei hier das wichtigste Element. Gleichzeitig habe man die landwirtschaftliche Monokultur, die nur durch Unmengen an Wasser erhalten werden könne. „Fehlt das Wasser, wird nicht beschneit und auch nicht geerntet“, so das Fazit der Grünen.

Dass die Landesregierung Maßnahmen gegen den Wassermangel erlassen hat, sei begrüßenswert, sie wirkten jedoch niedlich angesichts der Tragik der Daten. „Ein bisschen weniger duschen, ein bisschen weniger den Garten bewässern. Es fehlt uns an Wasserkultur! Wir sind verwöhnt. Das Wasser floss bei uns stets in Hülle und Fülle, man hat sich nie große Gedanken darüber gemacht. Heute brauchen wir dringend eine Exit-Strategie aus den wasserfressenden Wirtschaftsformen, die durch Innovationsprozesse in eine resiliente, nachhaltige Wirtschaft umgebaut werden müssen. Es reicht nicht, wenn wir jetzt ein wenig Wasser einsparen, um dann im gleichen Modus operandi weiterzumachen. Und da ist die Politik gefragt, konkrete Strategien und Forderungen zu erarbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Wir müssen jetzt dringend an eine klimafreundliche Südtiroler Wirtschaft der Zukunft arbeiten“, appelliert Mussner.

Bezirk: Bozen

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