Rodionov sorgt für Österreichs Freitag-Punkt

1:1 nach Auftakttag im Davis Cup Österreich – Belgien

Freitag, 18. September 2026 | 17:50 Uhr

Von: importer

Der Davis-Cup-Länderkampf zwischen Österreich und Belgien steht nach dem ersten Tag 1:1. Nach einem erhofften 6:4,6:1-Erfolg von Jurij Rodionov über den Debütanten der Gäste, Gauthier Onclin, hatte Lukas Neumayer die Überraschung vor 3.500 Fans im Wiener Prater schon auf dem Schläger. 6:2,2:0 führte der klare Außenseiter gegen den Weltranglisten-38. Zizou Bergs bereits, ehe es zur Wende kam. Bergs schaffte mit 2:6,6:4,6:2 noch das 1:1. Der Sieger spielt im Final 8 in Bologna.

Am Samstag (11.00 Uhr) geht es nun in die Entscheidung. Zunächst versucht das neue ÖTV-Doppel Lucas Miedler/Neil Oberleitner den zweiten Punkt für die Hausherren zu holen. Danach trifft Rodionov im Duell der Nummern 1 auf Bergs, ehe es zur Begegnung Neumayer gegen Onclin kommen könnte. Sollte die Partie schon zuvor entschieden sein, fällt das Schlusseinzel aus. An der Aufstellung dürfen die Kapitäne allerdings auch noch Veränderungen vornehmen.

“Ich habe eigentlich bis 2:1 im Zweiten das Match unter Kontrolle gehabt. Da habe ich von der Grundlinie das Match auch dominiert. Dann habe ich ein blödes Break gekriegt, und dann kann sich ein Match extrem schnell ändern”, meinte Neumayer noch auf dem Platz. Bergs habe dann mehr Druck mit weniger Fehlern gemacht.

Neumayer begann dominant

Im ersten Duell der ATP-Nummer 180 mit der Nummer 38 übernahm Neumayer zu Beginn überraschend das Kommando. Ein schnelles Break zum 2:1 bestätigte er gleich darauf und nahm dem Favoriten zum 5:2 gleich nochmals das Service ab. Nach nur 33 Minuten und einer sehr starken Leistung hieß es 6:2.

Im zweiten Durchgang ging es gleich so weiter, Neumayer gelang ein Auftaktbreak, und er stellte auf 2:0. Doch dann kam etwas Sand ins Getriebe des Österreichers, Bergs stellte sich aber auch besser auf Neumayer ein und drehte den Satz zum 3:2. Bis zum 4:5 hielt Neumayer mit, musste aber sein Service zum 4:6 abgeben. In der Folge zog Bergs rasch auf 3:0 davon, die Weichen zum Sieg waren nun gestellt.

Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer meinte, dass Bergs letztlich verdient gewonnen hat. “Luki hat richtig gut angefangen, hat vollkommen dominiert und eine super Energie auf den Platz gebracht. Lukas hat (im ersten Satz, Anm.) ein bisschen drüber gespielt. Wenn er die fünf Prozent nachlässt, kommt der andere besser in die Partie, Bergs war am Ende der bessere Spieler.”

Rodionov nutzte erst sechsten Matchball

Zuvor hatte Rodionov den wichtigen ersten Punkt für den ÖTV geholt. Der 27-Jährige tat sich zu Beginn und am Ende des Spiels etwas schwer, man merkte durchaus den Druck des Favoriten, der auf ihm lastete. “Natürlich. Es ist eine komplett andere Situation, als ich es normalerweise gewohnt bin”, sagte Rodionov und ging näher darauf ein. “In den letzten Davis Cups war ich immer der Außenseiter und konnte frei aufspielen, und es war im Ausland. Diesmal spielen wir in Österreich, in Wien und beim WAC. Ich wohne seit 2020 in Wien und habe für den WAC viele Jahre gespielt, deswegen macht es das umso persönlicher für mich. Ich musste quasi liefern, in dieser Situation war ich nicht so oft.”

Rodionov tat sich in dem von langen Grundlinienduellen geprägten Match zunächst schwer. Zwar schaffte er zum 4:2 das erste Break, vergab dann aber eine Chance zum 5:2 und kassierte das sofortige Rebreak. Bei 4:4 und 15:40 sah es aus Rodionovs Sicht nicht gut aus, doch der Niederösterreicher drehte das Game und nutzte dann im zehnten Game nach 50 Minuten seinen ersten Break- und Satzball zum 6:4. Im zweiten Durchgang schaffte Rodionov ein frühes Break zum 2:0 und zog rasch auf 4:0 davon. Zwar gab er dann noch ein Service ab und brauchte nicht weniger als sechs Matchbälle, ehe er den Satz und das Match nach 1:29 Stunden mit 6:1 beendete.

Für Rodionov geht es am Samstag nach dem Doppel im Duell der Topspieler gegen Bergs, gegen den er eine 2:4-Bilanz stehen hat. “So wie ich im zweiten Satz bis 5:1 gespielt habe, das war schon ein sehr gutes Niveau. Ob es gegen Zizou reicht, ist natürlich fraglich. Heute habe ich sehr gut serviert, im ersten Satz habe ich mich mit dem Aufschlag gerettet.”

Ausgangslage unverändert

“Das war das zu erwartende Ergebnis, wenn man nach den Ranglisten-Platzierungen geht. Alles noch offen”, meinte Melzer. In Sachen Aufstellung rechnet Melzer damit, dass Onclin am Sonntag nicht mehr spielen wird, sondern eher Kimmer Coppejans als Routinier. “Ich hoffe, dass wir mit einem 2:1 in die Bergs-Partie (gegen Rodionov) gehen werden”, setzt Melzer auf das Doppel.

Der Sieger der Partie spielt vom 24. bis 29. November beim lukrativen Final 8 in Bologna. Und allein die Teilnahme würde ein Mindestpreisgeld von 500.000 Dollar (435.502,13 Euro) sichern.

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