Durchbruch für Ben Shelton mit Sieg über Alcaraz

Alcaraz in Nachtschicht im US-Open-Viertelfinale out

Mittwoch, 09. September 2026 | 11:56 Uhr

Von: importer

Um 3:38 Uhr früh Ortszeit, so spät wie noch nie bei den US Open, haben die New Yorker ihre Sensation erhalten: Ben Shelton bezwang im Viertelfinale den als Nummer zwei gesetzten Titelverteidiger Carlos Alcaraz nach 4:28 Stunden und einem Fünf-Satz-Thriller 6:7(5),6:1,6:3,1:6,7:6(10/7). Damit steht fix ein US-Amerikaner im Endspiel, denn Shelton trifft nun auf Landsmann Frances Tiafoe. Dieser hatte zuvor in 4:39 Stunden das US-Duell mit Alex Michelsen in fünf Sets gewonnen.

Bei den Frauen hat die topgesetzte Titelverteidigerin Aryna Sabalenka hingegen zum sechsten Mal in Serie das Halbfinale erreicht. Die Spielerin aus Belarus bezwang die tschechische Wimbledon-Siegerin Linda Noskova am Dienstag 7:6(1),3:6,7:6(7) und wahrte damit ihren Status als Nummer 1 der Weltrangliste. Sie trifft nun auf Jessica Pegula.

Bei den Männern servierte Alex Michelsen bereits auf den Matchgewinn, als er gegen seinen US-Landsmann Frances Tiafoe Nerven zeigte und 7:5 6:3,5:7,3:6,6:7(6) verlor. Anschließend weinte er in den Armen des Siegers, der den 22-jährigen Landsmann nach dem Ende seines Laufs wiederum aufmunterte. “Er ist ein toller Kerl, wie er mich in diesem Moment getröstet hat”, sagte Michelsen über die Umarmung nach der Partie. “Ich weiß, wie weh das tut”, sagte Tiafoe mitfühlend. “Ich habe ihm gesagt: Du wirst hier noch so oft sein.” In seinem dritten US-Open-Halbfinale geht es nun am Freitag mit Shelton gegen einen weiteren Landsmann.

Shelton: “Das war ein episches Match”

“Die USA-USA-Sprechchöre haben mich bis zum Schluss gepusht, danke, dass ihr bis nach 03.00 Uhr geblieben seid”, meinte Shelton noch auf dem Platz nach seinem ersten Sieg über einen Top-3-Spieler. “Ich bin müde, das war ein Krieg, ein episches Match und so körperlich beanspruchend”, sagte der US-Star später. “Aber ja, das war definitiv das Match, das mir in meiner Karriere am meisten Spaß gemacht hat.” Shelton wird sich unabhängig vom weiteren Turnierverlauf auf ATP-Rang vier, sein bisher bestes Ranking, verbessern, Alcaraz bleibt Dritter.

Der 23-Jährige reagierte gefasst. “Es war eng. Also werde ich nicht enttäuscht sein, weil ich am Ende nicht gewonnen habe”, erklärte der Spanier. Er sei stolz und glücklich darüber, wie er gekämpft habe. “Nach dem dritten Satz war ich wirklich müde, aber ich habe einen Weg gefunden, mich zu pushen. Im fünften Satz habe ich immer besser gespielt, aber er ist ein Biest. Shelton ist ein unglaublich kraftvoller Spieler.”

Sabalenka kampfbereit, Noskova trinkfreudig

Auch Sabalenka schaffte die Wende, nachdem sie gegen Noskova im entscheidenden Satz mit einem Break zurückgelegen war. Nach 2:22 Stunden setzte sie sich im Match-Tiebreak doch noch durch. “Ich bin sprachlos, ich habe mich komplett an meine Grenze gebracht. Ich habe schon gedacht, dass das Spiel vorbei ist”, sagte Sabalenka. Den Matchball im Tiebreak verwandelte sie mit einem Ass beim zweiten Aufschlag. “Das war ein ganz wichtiger Punkt. Es zeigt einfach, dass ich bereit für den Kampf bin.”

Noskova hingegen war bedient. Die Tschechin wollte noch drei Tage in New York verbringen. “Ich werde mich betrinken und das Ganze vergesse, schätze ich”, sagte die 21-Jährige zu Reportern und lachte. “Zum Glück bin ich alt genug dafür.”

Sabalenka hat weiterhin die Chance auf ihren dritten US-Open-Titel in Serie, dies gelang zuletzt Serena Williams von 2012 bis 2014. Um die Spitzenposition in der Weltrangliste zu behalten, muss sie das Turnier gewinnen und darauf hoffen, dass die Kasachin Jelena Rybakina im Viertelfinale ausscheidet.

Pegula gewinnt Duell der Milliardärstöchter

Im Semifinale wartet die an Nummer drei gesetzte Pegula, die das reinamerikanische “Battle of the Billionaires”, den Kampf der Milliardärstöchter, gegen Emma Navarro nach Satzrückstand 3:6,6:4,6:3 gewann. Jessica Pegula ist die Tochter von Terry Pegula, dem die NFL-Franchise Buffalo Bills und das NHL-Team Buffalo Sabres gehört, während Emma Navarro die Tochter des Investmentbankers und Unternehmers Ben Navarro ist.

“Es bedeutet mir alles. Es war sehr schwer physisch, schwül”, sagte Pegula über den Viertelfinalsieg. “Ich habe wirklich nicht meinen besten Aufschlag gezeigt und musste sehr viele Dämonen da draußen bekämpfen.” Sie fordert Sabalenka zum dritten Mal in drei Jahren in Flushing Meadows heraus. Vor zwei Jahren im Endspiel und im Vorjahr im Semifinale hatte aber jeweils Sabalenka das bessere Ende für sich.

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