Von: importer
Die erste Halbfinalpaarung beim Wiener ATP-Tennisturnier entspricht der Papierform. Carlos Alcaraz und Daniil Medwedew, als Nummer zwei und drei gesetzt, zogen am Freitag mit Zweisatzsiegen aus dem Viertelfinale in die Vorschlussrunde ein, wobei Medwedew mit einem 6:2,6:3 gegen den Franzosen Adrian Mannarino auch sein Ticket für die ATP-Finals löste. Das hat Alcaraz schon längst in der Tasche, in der Stadthalle gab er dem US-Amerikaner Tommy Paul mit 6:4,7:6(2) das Nachsehen.
Damit hat der Spanier sein Ergebnis vom Antreten beim ATP-500-Event 2021, seinem davor einzigen Wien-Antreten, egalisiert. Paul besiegte er im zehnten Duell zum siebenten Mal in Folge bzw. zum insgesamt achten Mal, 16 Sätze in diesem Duell gewann Alcaraz in Folge. Diesmal hätte es durchaus einen dritten Durchgang geben können, Paul war schon im ersten Satz gut im Match. Alcaraz wehrte bei 2:3 zwei Breakbälle des 29-Jährigen ab – und nutzte im Game danach seinen vierten Breakball. Nach 51 Minuten servierte der Iberer aus.
Im zweiten Satz war Paul im achten Game knapp daran, sich das Aufschlagspiel vom siebenfachen Grand-Slam-Turniersieger zu holen. Erneut ließ die Nummer sieben des Turniers in dem Schlagabtausch zwei Breakchancen aus. Das sollte sich rächen, denn im Tiebreak ließ der Favorit nichts anbrennen. Vier Matchbälle fand Alcaraz vor, den ersten davon nutzte er nach 1:50 Stunden zum Halbfinaleinzug. Gegen Medwedew liegt er im Head-to-Head 6:3 voran, die bisher letzte Partie der beiden ging heuer im Indian Wells-Halbfinale aber an den Russen.
Medwedew fünfmal in Folge zumindest im Halbfinale
“Er spielt ein großartiges Tennis”, lobte Alcaraz seinen kommenden Gegner im On-Court-Interview. “Sein Selbstvertrauen ist sehr groß, es wird sehr hart gegen ihn und sicher ein großartiges Match.” Mit seiner Vorstellung gegen Paul war der 23-Jährige zufrieden. “Ich hatte einige Breakbälle abzuwehren und bin sehr stolz, weil er (Paul, Anm.) gut gespielt hat. Man muss aber immer mutig bleiben und positiv denken.” Für Alcaraz geht es um sein zweites Finale nach seinem Comeback infolge des Tokio-Titelgewinns, für Almaty-Turniersieger Medwedew um sein zweites en suite.
Überhaupt ist es für den 30-Jährigen ein bisher “goldener Herbst”, beim fünften Turnier in Folge steht er im Halbfinale. Die Teilnahme für die Turiner Finals ist die Belohnung dafür. Im 96-Minuten-Match gegen Mannarino war Medwedew weitgehend ungefährdet, auch wenn der 38-jährige Qualifikant ihn zeitweise durchaus forderte. Die Zuschauer wurden bei einigen längeren attraktiven Ballwechseln gut unterhalten. “Es war ein hartes, körperlich anstrengendes Match”, sagte der Wien-Sieger 2022 im ServusTV-Gespräch. “Ich hatte bei seinem Service mehr Antworten.”




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